Grafisches Element im unteren Drittel des Bildes — zeigt Namen, Titel oder Kontext. Im Schnitt/Grafik platziert, nicht Teil des Bildmaterials.
Im unteren Bildbereich — meist ab etwa zwei Drittel der Bildhöhe — platzieren wir Text-Overlays, um Zuschauer sofort zu informieren: Wer spricht da? Welcher Titel, welche Funktion? Die Bauchbinde ist das Standard-Werkzeug dafür, und sie sitzt niemals zufällig. Sie muss lesbar sein, ohne die Aktion zu ersticken. Das heißt konkret: Schrift groß genug, Kontrast zur dahinterliegenden Bildpartie, meist mit Hintergrund-Shape (Balken, Box, semi-transparente Fläche) — sonst verschluckt sie die Aktion und wirkt dilettantisch.
In der Praxis entsteht die Bauchbinde nicht während des Drehs. Der DoP kümmert sich nicht darum — das ist Schnitt und Grafik. Aber wir denken bereits am Set daran: Sorgen wir dafür, dass der untere Bildbereich nicht zu 100 % mit visuellen Elementen zugestellt ist? Gibt es dort Platz für eine lesbare Überlagerung? Beim Drehen von Interviews oder Statements setzen wir Protagonisten bewusst so, dass der Untertitel-Bereich frei bleibt. Ein Interview-Setup mit Person im Bild-Drittel-Drittel oben, aber offener Fläche unten, funktioniert perfekt — die Bauchbinde fällt dann nicht mit Schulter oder Hintergrund-Details zusammen.
Im Schnitt wird es dann konkret: Ein- und Ausblendgeschwindigkeit (0,5–1,5 Sekunden, je nach Tempo des Schnitts), Lesedauer (Faustregel: 3–5 Sekunden für kurze Namen, länger für Funktions-Beschreibungen). Mehrere Bauchbinden hintereinander — etwa im Doku-Stil mit verschiedenen Interviewpartnern — brauchen Rhythmus. Wir staffeln sie zeitlich, nicht sequenziell. Zu schnelle Schnitte mit wechselnden Binden wirken gehetzt; zu langsame wirken unbeholfen.
Typische Gestaltung: Weiße oder farbige Schrift auf dunklem Balken (oder invertiert), oft mit Accent-Farbe oder Logo-Element. Manche Produktionen nutzen Fonts, die zum Branding passen. Aber alle guten Bauchbinden teilen eine Regel: Sie sind funktional, nicht dekorativ. Sie dienen dem Zuschauer, nicht der Eitelkeit des Grafikers. Wer lange nach einer Information suchen muss, die oben rechts in 8-Punkt-Schrift versteckt ist, erlebt nicht das Schriftelement — er erlebt Missachtung.
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