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Lomo Square Front
Kamera · Begriffe

Lomo Square Front

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Murnau AI illustration
flow lomo para roll take

Lomo Square Front: Anamorphe Objektive von Lomo mit quadratischem Frontgehäuse — erzeugen charakteristische ovale Bokeh-Effekte.

Technische Details

Die quadratische Frontlinse misst typischerweise 58x58mm bei einer Diagonale von 82mm und sitzt in einer 95mm-Gewindefassung. Der Aufbau folgt dem sowjetischen Standard mit 6-8 Linsenelementen in 4-5 Gruppen, wobei die vordere Gruppe aus zwei verkitteten Elementen besteht. Die rechteckige Form resultiert aus der kostengünstigen Fertigung großformatiger Linsen durch das Schneiden rechteckiger Segmente aus größeren Glasblöcken. Hauptvarianten sind das OKS 11-35-1 (35mm f/2), das OKS 8-35-1 (35mm f/2.8) und das seltene OKS 6-40-1 (40mm f/1.8).

Geschichte & Entwicklung

LOMO entwickelte diese Bauweise 1962 für das Kinosystem "Kinopanorama", das sowjetische Pendant zu Cinerama. Chefkonstrukteur Dmitri Sokolov optimierte die Produktion durch rechteckige Rohglinge, wodurch die Materialausbeute um 40% stieg. 1968 erfolgte die Serienproduktion für 35mm-Kinokameras, 1974 die Adaption für 16mm-Formate. Nach dem Zusammenbruch der UdSSR endete 1991 die reguläre Produktion. Seit 2010 erleben diese Objektive durch Adapter für digitale Kameras eine Renaissance in der Independent-Filmszene.

Praxiseinsatz im Film

Andrei Tarkowski verwendete das OKS 11-35-1 für Nahaufnahmen in "Stalker" (1979), um die charakteristische Randunschärfe zu nutzen. Die rechteckige Fassung erzeugt bei Blendenreflexen markante quadratische Formen statt kreisrunder Bokeh-Kreise. Roger Deakins testete sowjetische Square-Front-Objektive für "Blade Runner 2049" (2017), entschied sich jedoch gegen deren Einsatz aufgrund unvorhersagbarer Farbverschiebungen. Der Workflow erfordert 95mm-Filtergewinde und verstärkte Kamerastützen, da die Objektive 2,3-4,1kg wiegen.

Vergleich & Alternativen

Im Gegensatz zu modernen Master Primes oder Zeiss Supreme Primes zeigen Lomo Square Fronts deutliche optische Charakteristika: 15-20% Lichtverlust zu den Bildrändern, chromatische Aberrationen ab Blende 2.8 und ungleichmäßige Schärfeverteilung. Aktuelle Alternativen wie die Cooke S7/i-Serie oder ARRI Signature Primes eliminieren diese "Fehler" vollständig. Für sterile, perfekte Bildwiedergabe wählt man moderne Optiken; für organische, unperfekte Ästhetik mit historischem Charakter greifen Cinematographer zu sowjetischen Square Fronts.

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