Steuerungspult zur zentralen Kontrolle mehrerer Scheinwerfer — speichert Lichtszenen und ermöglicht Dimming per DMX-Signal.
Technische Details
Professionelle Filmlichtpulte verfügen über 12-48 motorisierte Fader mit 16-Bit-Auflösung (65.536 Dimmstufen pro Kanal). Standard-Anschlüsse umfassen 5-Pin-XLR für DMX-Out, Ethernet für Art-Net/sACN-Protokolle und USB für Showdateien. Die Prozessorleistung liegt bei modernen Geräten zwischen 1-4 GB RAM mit Linux- oder Windows-basiertem Betriebssystem. Zwei Haupttypen dominieren: Kompakte Flügelpulte (Wing Consoles) mit 1024 Parametern und vollwertige Konsolen mit bis zu 32.768 steuerbaren Attributen.
Geschichte & Entwicklung
1976 entwickelte Strand Lighting das erste computergesteuerte Lichtpult "Light Palette" mit 8-Bit-Auflösung. Der Durchbruch kam 1986 mit dem DMX512-Standard, der erstmals einheitliche Geräte-Kommunikation ermöglichte. Wholehog führte 1992 die Moving-Light-Steuerung ein, während ETC 1995 mit der Eos-Serie touchscreen-basierte Bedienung etablierte. Seit 2010 dominieren netzwerkbasierte Systeme mit Tablet-Integration und Cloud-Synchronisation.
Praxiseinsatz im Film
Bei "Blade Runner 2049" steuerte Gaffer Giles Nuttgens über ein MA Lighting GrandMA2 die komplexe LED-Wand-Choreographie in den Replikanten-Szenen. Typische Filmworkflows nutzen Cue-Listen mit 0,5-2 Sekunden Überblendzeiten zwischen Lichtstimmungen. Das Pult speichert Presets für Standardsetups wie "Day Interior" oder "Magic Hour", die der Gaffer per Tastendruck abruft. Nachteil: Komplexe Bedienung erfordert spezialisierte Operator, Vorteil: Millisekundenpräzise Wiederholbarkeit von Lichtstimmungen bei Retakes.
Vergleich & Alternativen
Abgrenzung zum einfachen Dimmerpack: Lichtpulte steuern intelligente Scheinwerfer (Moving Lights, LED-Panels), während Dimmer nur konventionelle Tungsten-Lampen regeln. Software-Lösungen wie Chamsys MagicQ PC ersetzen zunehmend Hardware-Pulte, bieten jedoch weniger haptische Kontrolle. Tablet-Apps wie Luminair eignen sich für kleinere Produktionen mit unter 100 DMX-Kanälen, erreichen aber nicht die Präzision und Geschwindigkeit physischer Fader bei komplexen Setups.
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