Komprimiertes Bildformat mit Qualitätsverlust — fertig gerendert aus der Kamera, keine Nachbearbeitung möglich. RAW ist für Grading unverzichtbar, JPEG nur für schnelle Proofs.
Am Set merkst du schnell, wo JPEG an seine Grenzen stößt: Die Kamera wirft dir ein fertiges, in sich geschlossenes Bild aus — komprimiert, in Farbraum und Tonwertumfang bereits festgelegt, ohne Rückweg. Das Format entstand in den 1990ern als Standard für schnelle Bildübertragung und sitzt bis heute in jeder Consumer-Kamera. Für Dokumentation, Setfotos oder schnelle Client-Reviews perfekt. Für ein Projekt, bei dem du später farblich nachjustieren musst? Ein Albtraum.
Die verlustbehaftete Kompression — JPEG nutzt DCT-Algorithmen und verwirft Information, die das menschliche Auge angeblich nicht sieht — reduziert Dateigröße radikal. Eine 12-Megapixel-JPEG-Datei wiegt vielleicht 3–5 MB. Der Preis: Du bekommst bereits ein Bild mit Weißabgleich, Kontrast, Sättigung, Schärfung — alles vom Hersteller voreingestellt und umdefinierbar. Versuchst du später im Grading, diese Werte zu ändern, verlierst du schnell Qualität in Highlights oder Schatten, weil der Datenraum einfach nicht da ist. RAW dagegen speichert den rohen Sensor-Output und lässt dir alle Freiheit im Schnitt.
In der Praxis nutzen wir JPEG-Dateien aus Foto-Sessions oder Kamera-Testaufnahmen, um schnell mit dem Gaffer und dem Production Designer vor Ort zu sprechen — «siehst du, wie das Licht auf dieser Komposition sitzt?». Auch für Archive, wenn es nur um Dokumentation geht. Manche Kamerasysteme speichern parallel JPEG + RAW: Das JPEG ist dein schneller Monitor, dein Proof fürs Review, die RAW ist dein echtes Negativ.
Beim Motion-Capture oder bei Video-Ketten ist JPEG längst irrelevant — da arbeiten wir mit Video-Codecs wie ProRes oder DCI. Aber bei digitaler Fotografie mit Stills, die später als VFX-Plate oder Texture dienen, musst du wissen: JPEG ist nur das Transport-Format, nicht die Quelle. Willst du Color-Correction in der Post machen, brauchst du die Original-RAW. JPEG ist fertig — und genau das ist sein Problem und sein Vorteil zugleich.