Große Iscorama-Vorsatzlinse mit 54mm Durchmesser für lichtstarke Teleobjektive und professionelle Kinokameras.
Technische Details
Das Iscorama 54 arbeitet mit zwei zylindrischen Linsenelementen, die das Bild horizontal um den Faktor 2 komprimieren, während die vertikale Dimension unverändert bleibt. Das Vorsatzobjektiv besitzt eine feste Brennweite und überträgt die Fokussierung an das dahinterliegende Hauptobjektiv. Der Naheinstellbereich beginnt bei 1,5 Metern, was für Porträtaufnahmen ausreichend ist. Die optische Konstruktion erzeugt charakteristische horizontale Lens Flares und eine leichte Vignettierung in den Bildecken. Das Gewicht beträgt etwa 800 Gramm, die Baulänge rund 120mm. Verschiedene Adapter ermöglichen den Einsatz an modernen DSLR- und Filmkameras mit unterschiedlichen Objektivanschlüssen.
Geschichte & Entwicklung
ISCO Optic entwickelte das Iscorama 54 zwischen 1963 und 1965 als kostengünstige Alternative zu den teuren anamorphotischen Kinoobjektiven von Panavision und Zeiss. Ursprünglich für 16mm-Projektoren konzipiert, fand es schnell Verwendung in der Low-Budget-Filmproduktion. In den 1970er Jahren wurde die Produktion eingestellt, wodurch erhaltene Exemplare heute zu begehrten Sammlerobjekten wurden. Ab 2010 erlebte das Iscorama 54 durch digitale Filmemacher und YouTuber eine Renaissance, da es den typischen anamorphotischen Look deutlich günstiger ermöglichte als Neuentwicklungen von RED oder Cooke.
Praxiseinsatz im Film
Das Iscorama 54 kam vorwiegend in europäischen B-Filmen der 1970er Jahre zum Einsatz, darunter mehrere Italo-Western und französische Kriminalfilme. Moderne Filmemacher wie Sean Baker nutzten es für Experimente mit dem Cinemascope-Format in digitalen Produktionen. Der typische Workflow erfordert die Aufnahme im 4:3-Format mit anschließender horizontaler Streckung um 100% in der Postproduktion. Vorteil ist der charakteristische analoge Look mit weichen Lens Flares und leichter Verzerrung. Nachteile zeigen sich in der begrenzten Naheinstellung, Lichtverlust um etwa 1-1,5 Blendenstufen und der aufwendigen Fokussierung über zwei separate Systeme.
Vergleich & Alternativen
Im Gegensatz zu modernen anamorphotischen Objektiven wie den Cooke Anamorphic/i oder ARRI Master Anamorphic arbeitet das Iscorama 54 als Vorsatz und benötigt daher immer ein zusätzliches sphärisches Objektiv. Zeitgenössische Alternativen waren das Kowa Anamorphic oder Sankor-Vorsätze, die jedoch seltener verfügbar sind. Heute ersetzen digitale Anamorphic-Emulationen in der Postproduktion oft den analogen Look, erreichen jedoch nicht die optischen Charakteristika echter Glaselemente. Für Budgets unter 5.000 Euro bleibt das Iscorama 54 eine der authentischsten Möglichkeiten, echte anamorphotische Optik zu nutzen.
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