Kleiner Fresnel-Scheinwerfer mit 200W Leistung für punktuelle Beleuchtung und Akzentsetzung.
Technische Details
Standard-Inkies arbeiten mit 200-Watt-Wolframlampen (Typ: EHD, 3200K) und erreichen eine Lichtausbeute von circa 1.200 Lumen bei maximaler Bündelung. Das Gehäuse misst typischerweise 15 cm Durchmesser bei einer Länge von 20-25 cm und wiegt etwa 2,5 kg inklusive Torflügel (Barndoors). Die vierstufige Fresnel-Linse mit 150 mm Durchmesser ermöglicht präzise Lichtformung durch axiale Verschiebung der Lampe. Moderne LED-Inkies verwenden 40-60 Watt bei vergleichbarer Lichtleistung und bieten Farbtemperaturverstellung zwischen 2700K und 6500K.
Geschichte & Entwicklung
Mole-Richardson entwickelte 1936 den ersten Inkie als kompakte Alternative zu den damals üblichen 1000-Watt-Stufenlinsen für Detailausleuchtung. In den 1950er Jahren etablierte sich die 200-Watt-Variante als Standard für Close-up-Beleuchtung in Hollywoodstudios. Arri übernahm das Konzept 1963 für den europäischen Markt mit dem Modell "Arrisun 200". Ab 2010 revolutionierten LED-Inkies von Litepanels und später Aputure den Markt durch geringere Hitzeentwicklung und Akkubetrieb.
Praxiseinsatz im Film
Inkies dienen primär als Augenlicht für Porträts und Kicker für Haarkontouren. Bei Ridley Scotts "Blade Runner" (1982) setzte Jordan Cronenweth Inkies als versteckte Punktlichtquellen in den Miniatursets ein. Die geringe Hitzeentwicklung macht sie ideal für Macro-Aufnahmen und beengte Drehorte. Typische Anwendung: Abstand 0,5-3 Meter zum Motiv, oft mit Diffusionsfolie (216 White Diffusion) für weichere Modellierung. Akkubetriebene LED-Inkies ermöglichen handheld-Beleuchtung bei Steadicam-Fahrten.
Vergleich & Alternativen
Im Gegensatz zum Baby (1000W) oder Junior (2000W) eignet sich der Inkie für subtile Lichtakzente statt Grundausleuchtung. Dedolight DLH4 bietet bei 150 Watt schärfere Bündelung (4°-50°), jedoch ohne die charakteristische Fresnel-Weichheit. Moderne LED-Panels (z.B. Litepanels Astra) ersetzen Inkies zunehmend durch flächigere Lichtverteilung, verlieren aber die punktuelle Präzision. Bei Außenaufnahmen mit Tageslicht bleibt der Inkie wegen seiner Kompaktheit und dem definierten Lichtcharakter erste Wahl für selektive Aufhellung.