Filmlexikon.
IATSE
Produktion

IATSE

Murnau AI illustration

Internationale Gewerkschaft für Bühnentechnik und Film — vertritt Kameraleute, Beleuchter, Grip, VFX und Gaffer in den USA und Kanada. Setze deine Rates durch sie durch.

Wer am Set in Nordamerika arbeitet, kommt an der IATSE nicht vorbei — die International Alliance of Theatrical Stage Employees ist die Gewerkschaft, die deine Arbeitsbedingungen, Löhne und Rechte als Kameramann, Beleuchter, Grip oder Gaffer definiert. Sie organisiert technische Crews in Film, Fernsehen und Live-Events und hat weltweit etwa 150.000 Mitglieder. Für dich bedeutet das konkret: Tarifverträge statt Einzelverhandlungen, Pensionsfonds, Versicherungsschutz und festgelegte Arbeitszeiten — oder zumindest die formale Basis dafür.

Die Struktur funktioniert über Locals — lokale Unterorganisationen nach Gewerk und Region. Local 600 ist die Kameraleute in LA, Local 891 die Grips in Toronto. Wenn du einen Job annimmst, musst du IATSE-Mitglied sein oder wirst es — deine Produktionsfirma zahlt die Beiträge direkt. Der Vorteil: Standardisierte Raten, die du nicht jedes Mal neu verhandeln musst. Die Realität am Set ist allerdings differenzierter. Große Union-Productions halten sich an die Tarifregeln — 10er-Stunden-Tage mit Penalties, festgelegte Lunchbreaks, Overtime-Multiplikatoren. Kleinere Produktionen, besonders im Digital und Content-Bereich, arbeiten oft non-union oder verhandeln Ausnahmen.

Der historisch wichtigste Punkt: IATSE streikt. 2021 drohte ein Streik in den USA wegen Überarbeitung und Bezahlung — das erste Mal seit 1946. Die Gewerkschaft hat Zähne, und Produktionen fürchten Shutdowns. Das hat deine Position gestärkt, auch wenn die Verhandlungen nicht immer zugunsten der unteren Gewerke ausfallen. Als DoP oder Grip-Chef wirst du direkt in Tarifstrukturen eingebunden sein; als Key Grip oder Steadicam-Operator hast du weniger Verhandlungsspielraum.

Praktisch heißt das: Timesheet wird ernst genommen, Pausenzeiten sind dokumentiert, und der Produktionsmanager weiß, dass Umbruch- oder Fahrtzeiten bezahlt sein müssen. Die IATSE-Raten variieren nach Produktionsgröße (Studio vs. Independent) und Medium. Für kleinere Crews oder Streaming-Produktionen gibt es mittlerweile separate Tarifklassen, aber die Baseline bleibt: Gewerkschaftsarbeit kostet — als Produkteur musst du das in dein Budget rechnen.

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