Spezielle schwarze Stoffbespannung für Rahmen und Flags, die Licht besonders effektiv absorbiert und Reflexionen verhindert.
Technische Details
Das Material besteht aus gewebtem Baumwollsamt mit einer Polhöhe von 1,5-2mm, aufgebracht auf eine 340g/m² schwere Trägersubstanz. Die Faserdichte liegt bei 180.000 Polfäden pro Quadratzoll, was die außergewöhnlich hohe Lichtabsorption ermöglicht. Hollywood Black Magic wird in standardisierten Bahnenbreiten von 137cm und 150cm geliefert. Spezialvarianten wie "Super Black" erreichen Absorptionswerte von 99,5% durch zusätzliche chemische Behandlung der Fasern. Das Material ist flammhemmend nach NFPA 701 Standard behandelt und verträgt Temperaturen bis 180°C ohne Strukturverlust.
Geschichte & Entwicklung
1943 entwickelte die Firma Rosco in Zusammenarbeit mit MGM Studios die erste Version für den Einsatz in "Meet Me in St. Louis". George Cukor erkannte als erster Regisseur das kreative Potenzial und etablierte das Material als Standard-Tool. 1955 führte Kodak Studien durch, die belegten, dass Hollywood Black Magic den Bildkontrast um durchschnittlich 15% steigert. In den 1970er Jahren entwickelte Matthews Studio Equipment portable Rahmenversionen (4x4 Fuß bis 12x12 Fuß) mit abnehmbaren Überzügen. Seit 2010 gibt es digitale Produktionsoptimierte Varianten mit antistatischen Eigenschaften für LED-Sets.
Praxiseinsatz im Film
Bei "Blade Runner 2049" (2017) nutzte Roger Deakins Hollywood Black Magic-Panels im 20x12 Fuß Format zur Kontrolle der Neonlicht-Reflexionen in den Stadtszenen. Das Material kommt standardmäßig in Chromakey-Produktionen zum Einsatz, um Farbkontamination der Green/Blue Screens zu vermeiden. In Close-Up-Aufnahmen wird es als Augenlicht-Kontrolle verwendet - ein 2x3 Fuß Panel im 45-Grad-Winkel eliminiert unerwünschte Catchlights. Bei Automobilaufnahmen verhindert es Windschutzscheiben-Reflexionen des Kamerateams. Nachteil: Das Material ist empfindlich gegen mechanische Beschädigung und verliert bei häufigem Auf- und Abbau seine Absorptionsfähigkeit.
Vergleich & Alternativen
Fomex Black kostet 40% weniger, erreicht aber nur 94% Absorption. Moderne Vantablack-Beschichtungen erzielen 99,9% Absorption, sind jedoch 15-mal teurer und nur auf starren Untergründen anwendbar. Duvetyne (Molton) absorbiert lediglich 85-90% und eignet sich nur für unkritische Anwendungen. Bei LED-Produktionen mit geringer Wärmeentwicklung werden zunehmend synthetische Alternativen wie "Digital Black" eingesetzt, die waschbar sind und konstante Absorptionswerte über 500 Produktionszyklen garantieren.
Aktuelles
Bei Hollywood Black Magic handelt es sich um einen Diffusionsfilter von Schneider-Kreuznach, der speziell für die Kinematografie entwickelt wurde. Der Filter wird in verschiedenen Stärken angeboten und erzeugt charakteristische Weichzeichnungseffekte. In der Cinematography-Community wird er häufig mit anderen Diffusionsfiltern wie Glimmerglass verglichen, da beide ähnliche ästhetische Ziele verfolgen.