Höhenverstellbarer Lichtstativ mit Rollen — ermöglicht schnelle Positionierung schwerer Scheinwerfer bis 6m Höhe.
Technische Details
Standard High Roller erreichen Maximalhöhen von 12-18 Metern bei einer Grundfläche von 2,4 x 2,4 Metern. Das Gegengewichtssystem fasst typischerweise 1.500-3.000 kg Ballast, während die Nutzlast am Kopf 200-500 kg beträgt. Der teleskopische Mast besteht aus 3-4 Segmenten mit hydraulischem Antrieb, der Betriebsdruck liegt bei 200-250 bar. Moderne Systeme bieten 360-Grad-Rotation und Remote-Steuerung über Funk. Varianten umfassen den Mini High Roller (bis 8 Meter) und Heavy-Duty-Versionen für 1K-12K-HMI-Leuchten.
Geschichte & Entwicklung
Chapman-Leonard führte 1967 den ersten High Roller als Alternative zu kostspieligen Kranaufbauten ein. Ursprünglich für 5K- und 10K-Tungsten-Leuchten konzipiert, etablierte sich das System in den 1970ern als Standard für Außenaufnahmen. Mit der HMI-Technologie in den 1980ern stiegen Leistung und Effizienz erheblich. Moderne Systeme integrieren seit 2010 LED-Technologie und computergestützte Steuerung mit GPS-Positionierung für präzise Wiederholbarkeit.
Praxiseinsatz im Film
High Roller simulieren Mondlicht in Nachtszenen oder schaffen großflächige Tageslicht-Simulation durch Fenster. Bei "Blade Runner 2049" positionierte Roger Deakins High Roller mit 18K-HMI-Leuchten außerhalb von Gebäuden für konsistente Innenbeleuchtung. Typischer Workflow: Positionierung während der Technik-Probe, Ballastierung entsprechend der Windlast, Verkabelung über Schleppkabel zum Generator. Vorteil ist die schnelle Repositionierung ohne Kran; Nachteil sind Schwingungen bei Wind ab Windstärke 4.
Vergleich & Alternativen
Im Gegensatz zu Condor-Lifts bieten High Roller höhere Mobilität, aber geringere Präzision. Technocranes ermöglichen Kamerabewegungen, sind jedoch für reine Lichtpositionierung überdimensioniert. Moderne Alternativen sind Drone-Lights für temporäre Beleuchtung oder LED-Balloon-Lights für diffuse Flächenausleuchtung. High Roller bleiben Standard für präzise Punktlichtquellen in großer Höhe, während Balloons bei 360-Grad-Ausleuchtung ohne Schatten bevorzugt werden.