Überarbeitete Version des Helios 44 mit verbesserter Vergütung — behält das charakteristische swirly Bokeh bei.
Technische Details
Das Helios 44-2 verfügt über eine maximale Blendenöffnung von f/2 bei einer Brennweite von 58mm, was einem leichten Weitwinkel-Charakter entspricht. Die minimale Fokussierungsdistanz beträgt 0,5 Meter, der Filterdurchmesser 52mm. Das Objektiv wiegt 230 Gramm und misst 46mm in der Länge. Die 13-blättrige Irisblende erzeugt bei offener Blende das charakteristische Swirly Bokeh mit spiralförmigen Unschärfeverläufen am Bildrand. Produziert wurde es ursprünglich mit M39- und M42-Gewinde, später auch für Pentax K und andere Anschlüsse.
Geschichte & Entwicklung
Die Entwicklung begann 1958 im Werk ZOMZ (später LZOS) in Sergijew Possad, basierend auf Konstruktionsunterlagen des 1927 von Willy Merté bei Zeiss entwickelten Biotar. Verschiedene sowjetische Fabriken produzierten das Objektiv bis 1992, darunter das Jupiter-Werk in Nowgorod und KMZ in Krasnogorsk. Erkennbar sind die verschiedenen Produktionsstätten an unterschiedlichen Gravuren und Seriennummern. Das "44" in der Bezeichnung bezieht sich auf die laufende Nummer im sowjetischen Objektivkatalog, das "-2" kennzeichnet die überarbeitete Version gegenüber dem ursprünglichen Helios 44.
Praxiseinsatz im Film
Das charakteristische Swirly Bokeh macht das Helios 44-2 besonders für Porträts und subjektive Kameraführung interessant. Cinematographer Sean Baker verwendete das Objektiv für experimentelle Sequenzen in "Tangerine" (2015), um die psychedelische Atmosphäre zu verstärken. Bei Blende f/2 entsteht ein weicher, traumhafter Look mit starkem Bokeh-Swirl, während ab Blende f/4 die Schärfe deutlich zunimmt und der Swirl-Effekt abnimmt. Die manuelle Fokussierung erfordert präzises Arbeiten, belohnt aber mit organischer Bildanmutung.
Vergleich & Alternativen
Moderne Alternativen wie das Sigma 50mm f/1.4 Art oder Canon 50mm f/1.2L bieten höhere optische Präzision, erreichen aber nicht den charakteristischen Vintage-Look des Helios. Das originale Zeiss Biotar kostet als Sammlerstück das 20-fache, bietet jedoch marginal bessere Bildqualität. Für authentische Retro-Ästhetik ohne den Swirl-Effekt eignet sich das Helios 44 (ohne "-2") oder das Jupiter-8 50mm f/2. Das Helios 40-2 85mm f/1.5 erweitert die Serie um eine Porträtbrennweite mit ähnlichem Charakter.
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