Dichter, weißer Diffusionsstoff — streut hartes Licht zu weichem, gleichmäßigem Licht mit starker Reduktion.
Technische Details
Das Material besteht aus verstärktem Ripstop-Nylon mit einer Transmission von 12-18% gegenüber 25-35% beim Standard-Silk. Die Verstärkungsrippen verlaufen in 5mm-Abständen horizontal und vertikal, wodurch die Reißfestigkeit auf 45 kg/cm erreicht wird. Verfügbar in Standardgrößen von 6'×6' bis 20'×20', wobei größere Formate durch hitzegeschweißte Nähte möglich sind. Der Farbtemperatur-Shift beträgt minimal -50K bei Tageslicht, bei Kunstlicht vernachlässigbar. Die Windlast-Berechnung erfolgt mit Faktor 0,8 gegenüber einer geschlossenen Fläche.
Geschichte & Entwicklung
1983 führte Matthews Studio Equipment den ersten Heavy Silk als Antwort auf die Nachfrage nach stärkerer Lichtdämpfung bei gleichzeitiger Diffusion ein. Cinematographer Conrad Hall setzte das Material erstmals großflächig bei "Road to Perdition" (2002) ein, um die charakteristische weiche Ausleuchtung der Innenszenen zu erreichen. Modern Grip & Lighting erweiterte 1995 die Produktpalette um ultraschwere Varianten mit bis zu 400 g/m². LED-optimierte Versionen mit verbesserter UV-Beständigkeit kamen 2018 auf den Markt.
Praxiseinsatz im Film
Bei "The Revenant" nutzte Emmanuel Lubezki 12'×12' Heavy Silks, um das harte Tageslicht in den Waldszenen zu brechen, ohne die natürliche Lichtrichtung zu verlieren. Typischer Workflow: Positionierung 2-4 Meter über dem Set mit 30-45° Neigung zur Hauptlichtquelle. Heavy Silk eignet sich besonders für Nahaufnahmen mit hohen ISO-Werten, da weniger Zusatzlicht benötigt wird. Nachteil: Das schwere Material erfordert stabilere Grip-Ausrüstung und mindestens Condor 40'-Lifts für großformatige Installationen.
Vergleich & Alternativen
Im Gegensatz zu Standard-Silk reduziert Heavy Silk die Lichtintensität um eine zusätzliche Blendenstufe bei identischer Weichzeichnung. Quarter Silk (1/4 Stop) und Half Silk (1,5 Stops) bieten geringere Dämpfung, Ultra Bounce kombiniert Reflektion mit Diffusion. LED-Panels mit Softboxen ersetzen zunehmend große Silk-Installationen, erreichen aber nicht die gleichmäßige Flächenausleuchtung eines 20'×20' Heavy Silk. Bei Windgeschwindigkeiten über 25 km/h ist Scrim Jim oder feste Diffusion-Panels zu bevorzugen.
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