Abkürzung für Grafik/Grafiker — im Set-Jargon meist der Assistent, der Title-Cards, Grafiken, digitale Assets vor Kamera platziert und steuert. Oft synonym mit Motion-Graphics oder Set-Grafik.
Im deutschen Set-Alltag nennt man den Grafiker oder die Grafikerin häufig kurz den Graf — eine pragmatische Abbreviation, die sich besonders in kleineren und mittleren Produktionen durchgesetzt hat. Gemeint ist damit in der Regel derjenige, der sich um alle visuellen Assets kümmert, die vor der Kamera oder in Echtzeit während der Aufnahme platziert werden: Bild-Tafeln, digitale Overlays, Papierarbeiten mit Typographie, Computergrafiken im sichtbaren Bereich der Einstellung.
Die Tätigkeit ist praktischer Natur und unterscheidet sich fundamental von der klassischen VFX- oder Post-Production-Grafik. Der Graf arbeitet on set, muss kurzfristig reagieren und hat oft nur wenige Stunden Zeit, um Entwürfe umzusetzen — sei es eine handgeschriebene Krankenakte, ein Laptop-Bildschirm-Mockup oder eine digitale Anzeige im Hintergrund. Besonders bei Produktionen mit kleinerem Budget wird diese Rolle häufig vom Art Department oder sogar vom Set Decorator mit übernommen. Bei größeren Kalibrierungen kann es ein eigenständiger Posten sein, manchmal mit einem oder zwei Assistenten.
Der Kontakt zwischen Graf und Kamera/Regie ist eng. Man spricht Schärfentiefe, Leuchtkraft und Größenverhältnisse ab — insbesondere wenn digitale Elemente per Greenscreen oder Mapping eingespielt werden sollen, die später noch im Schnitt justiert werden. Der Graf muss schnell verstehen, welche technischen Grenzen die Kamera hat und wie hell oder dunkel eine Grafik sein darf, ohne auszubrennen oder zu verblassen.
Häufig verwenden Grafs auch Tablets oder Laptops, um in Echtzeit am Set Anpassungen vorzunehmen — Farbwerte, Schriftgrößen, Positionen. Das erspart oft Nachbearbeitungen im Schnitt. Bei dokumentarischen oder naturalistischen Produktionen ist die Grafikarbeit subtil und muss sich der Realität anpassen; bei Kino-Stilisierungen darf der Graf auch bewusst künstlich und gestalterisch agieren.
Eine saubere Übergabe vom Graf an den Visual-Effects-Supervisor oder Post-Production-Designer ist wichtig: digitale Dateien, Farb-Profile, Größenlisten, Verweise auf Einstellungen. Wird das nachgelässigt, entstehen Fehler in der Schlussbearbeitung. Deshalb gehört zum Job auch eine gute Dokumentation — auch wenn's unter Druck schwerfällt.
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