Digitales Farb-Grading-System für Arri-Kameras — speichert Farbtabellen und Einstellungen direkt in der Kamera oder im Workflow. Schneller Abruf von Look-Presets auf dem Set.
Auf dem Set merkst du schnell, wie wertvoll es ist, wenn dein Look nicht bei jedem Kamerawechsel neu justiert werden muss. Genau da greift Gilmore Color an — ein Farb-Management-System, das Arri-Kameras (insbesondere Alexa-Serie) nutzen, um Farbtabellen und Grading-Einstellungen direkt in der Kamera zu speichern und auszuführen. Du definierst deinen Look einmal — sei es beim Pre-Visualization oder direkt am Set — und rufst ihn dann auf jeder Kamera ab, ohne erneut zu kalibrieren.
Die praktische Kraft liegt in der Konsistenz über mehrere Kameras hinweg. Wenn du mit zwei oder drei Alexa-Kameras gleichzeitig drehst, müssen alle Geräte denselben Look servieren. Mit Gilmore Color speicherst du deine 3D LUT oder dein Custom-Preset auf einem USB-Stick, lädst es in jede Kamera, und alle produzieren identisches Rohfarbmaterial — oder zumindest material, das dem gleichen Grading unterzogen wurde. Das spart Stunden im Color Timing und reduziert Fehlerquellen im Schnitt erheblich. Besonders auf langen Drehtagen, wenn dein Gaffer und du einen bestimmten bleached-out oder cinematic Look etabliert habt, ist das ein Segen.
Technisch arbeitest du hier mit LUT-basierten Workflows — Look-Up-Tables, die entweder vom DI-Haus vorgefertigt oder vom Set-Colorist erstellt werden. Gilmore-kompatible Systeme erlauben es, diese Tabellen in verschiedenen Formaten (3D-LUT, Cube-Format) zu importieren und in Echtzeit anzuwenden. Das bedeutet: Dein Monitor auf dem Set zeigt dir bereits den finalen (oder zumindest angestrebten) Look, nicht nur das rohe Kamerasignal. Das ändert deine Licht-Entscheidungen grundlegend — du siehst, wie dein Schlachtplan tatsächlich aussieht, bevor die Takes im Kasten sind.
Ein wichtiger Punkt: Gilmore Color ersetzt nicht das finale Grading im DI — es ist ein Set-Tool und Workflow-Beschleuniger. Manche Produktionen nutzen es auch für den Dailies-Prozess, um schneller Schnittmaterial zu liefern, das bereits in die angestrebte Richtung graded ist. Im Kontext des gesamten digitalen Kamera-Workflows (RAW-Aufzeichnung, Metadaten-Management, Color-Grading-Systeme wie DaVinci Resolve) ist Gilmore ein pragmatisches Bindeglied zwischen Set und Post.