Beim manuellen Abmontieren des Objektivs vor den Sensor halten – ermöglicht extreme Fokus-Verschiebungen wie beim Tilt-Shift und schöne Licht-Flares.
Freelensing ist die Low-Budget-Version eines Lensbaby oder Tilt-Shift-Objektivs. Das Objektiv wird vom Bajonett gelöst und per Hand vor den Sensor gehalten. Durch Kippen und Verschieben entsteht eine selektive Schärfeebene, die nicht parallel zum Sensor liegt — das sogenannte Scheimpflug-Prinzip, nur eben von Hand.
Was passiert optisch
Durch den Spalt zwischen Objektiv und Kameragehäuse fällt Streulicht auf den Sensor. Das erzeugt die typischen warmen Lichtflecken und Farbverschiebungen. Gleichzeitig verschiebt sich die Fokusebene — Teile des Bildes werden traumhaft unscharf, während ein schmaler Bereich messerscharf bleibt.
Risiken
Der Sensor liegt offen. Staub, Feuchtigkeit, Fingerabdrücke — alles landet direkt auf dem Chip. In einer kontrollierten Umgebung kein Problem, am staubigen Außendreh ein echtes Risiko. Und: kein Autofokus, keine elektronische Blende. Alles manuell.
Professionelle Variante
Das Freelensing Cine System macht die Technik reproduzierbar: ein Adapter-Ring hält das Objektiv in definiertem Abstand, erlaubt aber Kipp-Bewegungen. DP Lluis Marti nutzte es zusammen mit Canon K35-Linsen für den Multiópticas-Spot — die Unschärfe simulierte Kurzsichtigkeit aus Kinderperspektive.
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