Filmlexikon.
Fisher Dolly
Grip · Equipment

Fisher Dolly

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Professioneller Kamerawagen mit pneumatischen Rädern und variabler Spurweite für Fahraufnahmen auf glatten Oberflächen.

Technische Details

Das Fisher Model 10 wiegt 136 kg im Grundzustand und verfügt über pneumatische 20-cm-Räder mit Kugellagerung. Die hydraulische Hubeinheit arbeitet mit einem Maximaldruck von 21 bar und hebt die Kameraplattform (61 x 46 cm) in 8 Sekunden auf Vollhöhe. Drei Hauptvarianten dominieren: das Fisher 10 für Standardproduktionen, das Fisher 11 mit erweiterter Nutzlast (227 kg) und das kompaktere Fisher 9 für Außendrehs. Moderne Versionen integrieren elektronische Steuerungen und Chapman-kompatible Aufnahmen für Remote Heads.

Geschichte & Entwicklung

Leonard Fisher konstruierte 1957 das erste hydraulische Dollysystem als Antwort auf die schwerfälligen mechanischen Kurbelsysteme der 1940er Jahre. MGM setzte den Prototyp erstmals bei "Gigi" (1958) ein. In den 1960ern etablierte sich Fisher als Industriestandard in Hollywood-Studios, während Chapman und Elemack ab den 1970ern Konkurrenzprodukte entwickelten. 1983 übernahm JL Fisher das ursprüngliche Unternehmen und produziert bis heute unter dem Namen weiter.

Praxiseinsatz im Film

Kubrick nutzte Fisher Dollys extensiv für die symmetrischen Kamerafahrten in "2001: Odyssee im Weltraum" (1968), besonders in den Discovery-Sequenzen. Die hydraulische Präzision ermöglicht nahtlose Höhenübergänge während komplexer Fahrten - eine Technik, die Scorsese in "Goodfellas" (1990) für die berühmte Copacabana-Einstellung perfektionierte. Im Studiobetrieb standardisiert das Fisher Dolly Arbeitsabläufe, da Kamerateams die Bedienung beherrschen und Grip-Departments entsprechende Schienensysteme vorhalten.

Vergleich & Alternativen

Gegenüber mechanischen Crab Dollys bietet das Fisher System ruckelfreie Höhenverstellung ohne Kurbelbetrieb. Chapman PeeWee Dollys sind leichter (91 kg), jedoch weniger stabil bei Vollauslastung. Moderne Technocrane-Systeme ersetzen Fisher Dollys bei komplexen 3D-Bewegungen, während Steadicam-Systeme für organischere Bewegungen bevorzugt werden. Remote Heads auf Fisher-Basis dominieren heute Multicam-Produktionen, da sie reproduzierbare Bewegungen ohne Kameramann-Präsenz ermöglichen.

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