Filmlexikon.
Einblendung
Schnitt

Einblendung

Fade In
Murnau AI illustration

Aus Schwarz ins Bild — klassischer Schnittübergang für Anfänge und Szenensprünge. Langsamer, feierlicher als Cut.

Das Bild taucht aus der Dunkelheit auf — langsam, graduell, bis die volle Helligkeit erreicht ist. Diese Bewegung strukturiert Filme seit den Stummfilm-Zeiten und bleibt unverzichtbar, weil sie Zeit schafft. Anders als der Cut, der sofort präsent ist, signalisiert die Einblendung dem Zuschauer: Hier beginnt etwas Neues. Ein neuer Gedanke, eine neue Szene, manchmal ein neuer Film-Akt.

Praktisch funktioniert die Einblendung im Schnitt durch eine Überblendung von Schwarz (oder einer anderen neutralen Farbe) zum ersten Frame der neuen Szene. Die Dauer bestimmt die emotionale Qualität — drei Frames wirken nervös, zwei Sekunden wirken feierlich. Bei lange gehaltenen Einblendungen über atmosphärische erste Bilder (Landschaften, Gebäude-Außenseiten) entsteht Raum für Musik oder Voice-Over, für Titel oder für stille Erwartung. Diese zeitliche Generosität macht die Einblendung zum bevorzugten Übergang für Sequenz-Anfänge und für Episoden-Eröffnungen — TV-Serien nutzen sie, weil sie sofort etabliert: Neue Einheit beginnt.

Technisch brauchst du beim Dreh selbst nichts zu beachten — die Einblendung entsteht im Schnitt. Der Editor zieht die Schnittlänge auf die gewünschte Dauer, wendet die Überblendungs-Effekt an. Moderne NLE-Systeme (wie Premiere oder Avid) halten Fade-In als Standard-Transition bereit. Die Kurve kann linear laufen oder mit Ease-In/Ease-Out arbeiten — letzteres wirkt organischer, weniger mechanisch.

Warnung: Einblendungen sollten sparsam eingesetzt werden. Ein Film, der jede Szene mit Fade-In beginnt, wirkt gehemmt, theatralisch. Sie funktionieren am stärksten als bewusste Gestaltungsentscheidung — nach Schnitten ohne Musik (Stille), nach großen Zeit-Sprüngen, vor Titelsequenzen. Der Gegenpol ist die Ausblendung (Fade to Black) — beide zusammen bilden eine klassische Klammer um Sequenzen. Kennst du Einblendung, kennst du auch ihre Umkehrung und weißt, wann du eine oder beide weglässt, weil der nächste Cut die Geschichte besser erzählt.

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