Filmlexikon.
Y-depth image
Vfx

Y-depth image

Y-Tiefenbild
Murnau AI illustration

Grayscale depth map encoding vertical distance information — enables parallax layering and precise Z-space compositing. Essential for stereoscopic and multi-plane effects.

Im Compositing arbeitet man ständig mit Tiefendaten — aber die klassische Depth Map erfasst nur die Z-Achse, also den Abstand zur Kamera. Sobald du allerdings mit vertikalen Parallax-Effekten, Fokus-Shifts oder räumlichen Schichtungen hantierst, merkst du schnell, dass du auch wissen musst, wo im Frame etwas vertikal sitzt. Das Y-Tiefenbild springt genau da ein: eine Graustufenkarte, die nicht den Tiefenabstand speichert, sondern die Position auf der vertikalen Achse — vom unteren Rand des Bildes zum oberen.

Praktisch bedeutet das: Du erhältst eine zusätzliche Kanal-Information neben deinen Standard-Depth- und Position-Passes. Während die klassische Depth Map dir sagt "dieses Objekt ist 5 Meter entfernt", sagt dir das Y-Tiefenbild "dieses Objekt befindet sich auf 65% der Framehöhe". Das ist essentiell, wenn du beispielsweise einen Parallax-Shift bei Kamerabewegung simulierst — unterschiedliche vertikale Positionen verschieben sich dann optisch unterschiedlich schnell, was den räumlichen Eindruck massiv verstärkt. Besonders im 3D-Compositing oder bei der Integration von CG-Elementen in Live-Action brauchst du diese Präzision, um natürlich wirkende Bewegungen zu erzielen.

Anwendung und Workflow

Im Schnitt wird das Y-Tiefenbild typischerweise aus dem 3D-Render als separater Channel exportiert — ähnlich wie Position-Passes oder Object-IDs. Du packst es in deine EXR-Sequenz und hast dann in Nuke oder After Effects direkten Zugriff auf diese Vertikaldaten. Häufig kombinierst du es mit Standard-Depth und Z-Position für komplexe Reproject-Operationen oder für die Ansteuerung von Defocus-Effekten, die je nach vertikaler Position unterschiedlich ausfallen sollen. Ein klassisches Beispiel: Du hast eine Szene mit mehreren Figuren auf unterschiedlichen Höhen. Mit Y-Tiefenbild kannst du einen Fokusbereich definieren, der nicht nur die Tiefe berücksichtigt, sondern auch berücksichtigt, dass die obere Figur höher sitzt und möglicherweise schneller unscharf wird als die tiefere.

Manche Rendering-Engines generieren Y-Tiefenbilder nicht automatisch — dann schneidest du sie dir aus deinen Position-Passes selbst ab. Das ist eine Minute Arbeit und macht sich später bei der Komposition sofort bezahlt. Der Sinn liegt darin, räumliche Operationen vom reinen Z-Tiefenraum zu entkoppeln und echte 3D-Koordinaten-Information ins Compositing zu bringen. Das erspart dir Hours an Masken-Arbeit und gibt dir einen deutlich besseren Grip auf komplexe Schichtungen.

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