Anamorphic lens with continuously variable compression ratio — usually 1.3x to 2x. Shift between Cinemascope and modern ratios mid-production without changing glass.
Variofilme — oder Variable Anamorphics im englischsprachigen Raum — sind die Schweizer Taschenmesser unter den anamorphen Objektiven. Du sitzt auf dem Set, die erste Szene verlangt nach klassischem Cinemascope-Look mit 2x Kompression, die nächste soll subtiler wirken, fast schon spherisch — und du musst nicht die halbe Ausrüstung wechseln. Du drehst einfach einen Ring am Objektiv und passt das Kompressionsverhältnis stufenlos an. Zwischen 1,3x und 2x, manchmal auch 1,5x bis 2,4x je nach Fabrikat, sitzt die ganze Flexibilität.
Das Kernproblem, das Variofilme lösen: Klassische anamorphe Optics geben dir ein fixes Seitenverhältnis. 2x-Anamorphote liefern dir die vollständige Cinemascope-Ästhetik mit horizontalen Linsenflares, extremem Bokeh und dieser charakteristischen Seitenkompression. Aber moderne Produktionen wollen oft weniger aggressiv arbeiten — 1,5x bietet Eleganz ohne Theatralik. Mit einem Variofilm stellt du das während der Beleuchtung ein, testest im Monitor, justierst nach — keine Assistenten, die Boxen schleppen, kein Zeitverlust beim Wechsel.
In der Praxis: Die Mechanik sitzt meist im mittleren Objektivbereich — ein feinteiliger Kompressionshebel oder Ring, den du ohne Frontlinsenbewegung betätigst. Dein Focus Puller wird das zu schätzen wissen. Manche neuere Modelle ermöglichen sogar Remote-Einstellung über Motors, was beim Motion-Control oder bei komplexen Fahrten wertvoll wird. Die optische Qualität bleibt über den gesamten Bereich stabil — die besseren Hersteller wie Cooke Anamorphic oder certain Zeiss-Varianten halten Schärfe, Farbtreue und Aberrationen im Zaum.
Ein Caveat: Variofilme sind schwerer und mechanisch komplexer als ihre fixen Pendants. Dein Kamera-Support muss mitgehen. Und die Frontlinse ist oft größer — Matten-Box-Adapter müssen passen. Manche DoPs fahren lieber zwei spezialisierte Anamorphe, weil die reiner sind; andere schwören auf die Vario-Pragmatik. Am Set entscheidest du basierend auf Shooting-Tempo, Budget und wie sehr du der Flexibilität in der Post-Production vertraust. Für schnelle Drehs, wo Formate sich ändern oder du nicht genau weißt, welche Compression am Set richtig wirkt — Variofilm ist dein Freund.