Phase Alternating Line — European video standard, 25 fps, 625 lines. Obsolete for production but omnipresent in archives and legacy material. Convert to 24p for theatrical release.
Wer mit Archivmaterial oder alten europäischen Aufnahmen arbeitet, kommt um PAL nicht herum. Das System war jahrzehntelang der Standard für Fernsehen und Video in Europa, Australien und großen Teilen Asiens — und es hinterlässt bis heute Spuren in Projekten, die historisches Filmmaterial digitalisieren oder restaurieren müssen.
PAL läuft mit 25 Bildern pro Sekunde und einer Auflösung von 625 Zeilen (davon 576 aktive Zeilen). Das System war eine technische Antwort auf NTSC, funktioniert aber mit einer intelligenten Phasenwechsel-Strategie — daher der Name Phase Alternating Line. Die Farbinformationen werden so codiert, dass Fehler bei der Übertragung sich selbst korrigieren. Das war für analoges Fernsehen ein echter Vorteil, spielt heute aber nur noch beim Umgang mit altem Material eine Rolle.
Am Set oder im Schnitt merkst du PAL vor allem dann, wenn du Legacy-Footage konvertieren musst. Das klassische Problem: PAL läuft mit 25p, modernes Kino arbeitet mit 24p. Eine einfache Speedänderung bringt dir einen Frame-Drop von etwa 4 Prozent — das Video wird merklich schneller, die Tonhöhe steigt. Professionell geht man anders vor. Man pulldownt das Material: 25p-PAL wird auf 24p resynced, entweder durch Frame-Interpolation (neuen Frames dazurechnen) oder durch geschicktes Frame-Blending. Manche colorist:innen arbeiten auch umgekehrt: 24p-Aufnahmen werden für PAL-Archivierung hochgerechnet.
In der Praxis heißt das konkret: Du fragst beim Digitalisieren immer nach der Originalframe-Rate und den Timecode-Infos. Ein PAL-Tape mit falscher Deklaration kann dir später den ganzen Schnitt durcheinander bringen. Wenn du mit VHS, DigiBeta oder alten DV-Kassetten aus Europa arbeitest — alle liefen PAL — lohnt sich die Investition in einen sauberen Capture mit korrektem Pull-Down. Die meisten modernen NLEs können das automisch erkennen und konvertieren, aber du solltest das immer überprüfen.
Technisch interessant ist auch die Aspect-Ratio-Geschichte: PAL-Quellen sind oft 4:3 gedreht, manchmal anamorphic 16:9. Das muss beim Transfer berücksichtigt werden, sonst kommt verzerrtes Bildmaterial heraus. Schwarze Balken oder Pillarboxing sind dann nicht ästhetisch, sondern notwendig — oder du reframst bewusst.