Marked frames where animators set position and parameter values — software interpolates in-between frames. Speed over manual work.
Du legst einen Frame fest, dann den nächsten — der Rechner interpoliert alles dazwischen. Das ist das Prinzip, und es revolutionierte Animation und VFX, weil es Handwerk durch Intelligenz ersetzt. Keyframes sind die Ankerpunkte deiner Bewegung, deine Kontrollpunkte im Raum und in der Zeit. Ohne sie würdest du jeden einzelnen Frame von Hand zeichnen oder modellieren müssen; mit ihnen beschreibst du nur die kritischen Momente, und die Software erledigt den Rest.
In der Praxis funktioniert das so: Du positionierst ein 3D-Objekt, eine Kamera oder eine Effekt-Eigenschaft an Frame 1. Du setzt einen Keyframe. Dann springst du zu Frame 30 und verschiebst das Objekt an eine neue Position — neuer Keyframe. Der Computer berechnet jetzt automatisch die 28 Frames dazwischen durch lineare oder Spline-Interpolation. Das spart Zeit, garantiert aber auch Smoothness, wenn die Kurven richtig eingestellt sind. Im Motion Capture würdest du ähnlich vorgehen: Skelett-Positionen werden als Keyframes gespeichert, die Animation füllt sich dann zwischen den Schlüsselframes auf.
Der Clou liegt in der Kontrolle der Übergänge. Du kannst Keyframe-Kurven in der Graph-Editor-View flach machen, steil ziehen, mit Easing-Funktionen arbeiten (ease-in, ease-out) — das formt den Charakter der Bewegung. Ein abrupter Schnitt zwischen Keyframes sieht roboterhaft aus; eine sanfte Spline-Kurve fühlt sich organisch an. Deshalb arbeiten Animatoren nicht nur mit den Positionen selbst, sondern mit den Tangenten zwischen den Frames. Bei Rotationen oder Farbverläufen funktioniert das genauso: Keyframe die Rotation, Keyframe die Farbe, lass den Computer die Zwischenschritte rechnen.
Im klassischen Hand-Frame-zu-Frame-Workflow (Rotoscoping, traditionelle Animation) brauchtest du niemanden für Keyframes — nur für den Inbetweener. Heute ist jede Motion-Design-Software, jede 3D-Engine damit ausgestattet. In Compositing-Tools wie Nuke oder After Effects stellst du Keyframes für jeden Parameter ein: Position, Skalierung, Opazität, Effekt-Intensität. Die Timeline wird deine Arbeitsebene. Und weil Keyframes berechenbar sind, lassen sie sich auch skripten, duplizieren, mit Expressions verkoppeln — Automation auf hohem Level. Das ist der Grund, warum moderne VFX-Pipelines so effizient sind.