Filmlexikon.
Fade-in
Schnitt

Fade-in

Einblendung
Murnau AI illustration

Image gradually emerges from black or color — opens scenes or titles. Softens transitions, often signals time passage or narrative reset.

Du sitzt im Schnittroom und der erste Shot ist pechschwarz. Die Musik setzt an, die Bilder erscheinen allmählich — das ist die klassische Einblendung. Sie arbeitet nicht aggressiv wie ein harter Schnitt, sondern leitet sanft in eine neue Szene, einen neuen Akt oder gleich in den ganzen Film ein. Die schwarze Leinwand wird transparent, das Bild wächst aus dem Nichts ins Sein. Das ist weniger eine technische Notwendigkeit als eine erzählerische Geste: Sie sagt dem Zuschauer — hier beginnt etwas Neues.

In der Praxis schneidest du eine Einblendung, indem du den ersten Frame deines Ausgangsmaterials mit vollständiger Opazität auf Null setzt und dann über eine definierte Dauer (meist 0,5 bis 2 Sekunden, je nach Tempo der Szene) auf 100 Prozent hochfährst. Im NLE deiner Wahl — ob DaVinci, Premiere oder Avid — nutzt du die Alpha-Opacity oder einen Standard-Fade-In-Effekt. Die Farbe ist meist Schwarz, kann aber auch Weiß, Dunkelblau oder theoretisch jede andere Farbe sein, je nachdem, was deine Bildsprache verlangt. Bei Dokumentationen oder Nachrichtenformaten funktioniert das so unbewusst, dass Zuschauer es nicht mal registrieren — es wirkt einfach natürlich. Bei bewusstem Einsatz, etwa zum Rhythmus einer Voice-Over oder eines Musikschlags, wird es zum Gestaltungselement: Der Einblendung folgt hier keine zufällige neue Szene, sondern eine mit dramaturgischem Gewicht.

Das wichtigste: Geschwindigkeit steuert die emotionale Wirkung. Eine schnelle Einblendung (unter 0,3 Sekunden) fühlt sich beinahe wie ein normaler Schnitt an, fast rücksichtslos. Eine langsame (über 2 Sekunden) wirkt kontemplativ, beinahe rituell — besonders in Kunstfilmen oder beim Übergang zu Traumsequenzen. Viele Cutter nutzen die Einblendung dort, wo der Schnitt zu hart wirken würde, wo der Film aber trotzdem eine Atempause braucht. Sie ist älter als jede digitale Effekt-Suite — das klassische Kino hat damit seit den Stummfilmen gearbeitet, damals mechanisch in der Kamera.

Häufiger Fehler: eine Einblendung verwenden, um fahrig wirkende Schnitte zu kaschieren. Das geht daneben. Die Einblendung funktioniert nur, wenn sie vom Schnittrhythmus und der erzählerischen Logik getragen wird. Sie ist kein Allheilmittel für schlechte Übergänge — sie ist ein bewusstes Werkzeug.

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