Filmlexikon.
Digital Intermediate
Schnitt

Digital Intermediate

Murnau AI illustration

DI — original negative scanned to digital, color-corrected in software, then output to print. Industry standard since 2000 — eliminates physical print tests.

Der DI-Prozess hat die Postproduktion grundlegend verändert — nicht weil er revolutionär klingt, sondern weil er tatsächlich funktioniert. Du brauchst dein Originalnegativ nicht mehr in die Kopierwerk zu schicken, hoffend, dass die Farbwerte stimmen. Stattdessen wird das 35mm- oder digitale Originalmaterial eingescannt, als hochauflösendes digitales Zwischenformat archiviert und dann im Schnitt und der Farbkorrektur bearbeitet. Das erspart dir Testdrucke, Versuchscopien und teure Korrekturen im Internegatif-Stadium.

Praktisch funktioniert es so: Nach dem Schnitt und der Farbkorrektur (meist in DaVinci Resolve, Baselight oder ACES-Workflow) wird aus dieser digitalen Fassung ein DCP (Digital Cinema Package) für den Verleih erstellt — oder es wird zurück aufs Negativ belichtet. Bei diesem Rekording achtest du auf Bit-Tiefe, Farbbereich und Auflösung. Ein DI in 4K oder 6K zu schneiden und dann auf 2K herunterzurechnen ist Standard bei großen Produktionen, weil du damit mehr Flexibilität in der Postproduktion hast. Die Daten liegen vor — änderungen kosten Zeit, nicht Material.

Ein kritischer Punkt: Der DI-Prozess ist nur so gut wie deine Scan-Qualität und deine Farbreferenz. Ein schlechter Scan zerstört alle Vorteile. Viele DoPs bestehen deshalb darauf, beim Scan-Setup dabei zu sein — Weißabgleich, Gamma-Einstellung, Kontrast müssen stimmen, bevor die Terabytes laufen. Und in der Farbkorrektur arbeitest du mit LUTs (Look-Up Tables) und Primär/Sekundär-Korrekturen, die am Schneidetisch entscheidend sind. Ohne Monitor-Kalibrierung (achte auf DCI-Standard!) machst du dir selbst ins Knie.

Der DI ermöglicht auch digitale Effekte, VFX-Integration und Farbgrading ohne optische Verfahren. Du kannst einen Film dreimal umlegen, ohne das Negativ zu belasten. Das ist vor allem bei Archivierungen und Re-Releases wertvoll — die digitale Datei bleibt, dein Original liegt sicher im Tresor. Aber Vorsicht: Digitale Dateien sind nicht "ewig". Codec-Verfall, veraltete Hardware und fehlende Dokumentation können in 15 Jahren zum Problem werden. Deshalb legen verantwortungsvolle Häuser nach wie vor eine 35mm-Druckversion an — oder archivieren im DCI-Format mit klarer Metadaten-Dokumentation.

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