720×480 or 720×576 with aggressive compression — cheaper tape and decks. Visible artifacts in motion, quickly superseded. Never competitive for quality.
Wer in den späten 90ern und frühen 2000ern mit DV-Kameras arbeitete, kam am D2-Format nicht vorbei — zumindest wenn das Budget knapp war. Das Format nutzte die gleiche Auflösung wie D1 (720×480 NTSC oder 720×576 PAL), komprimierte aber deutlich aggressiver. Das machte die Magnetbänder billiger, die Recorder kleiner und die ganze Ausrüstung erschwinglicher. Für viele kleinere Produktionen, Dokumentationen und vor allem für TV-Magazine war D2 lange Zeit der Standard — nicht weil es großartig war, sondern weil es funktionierte und man sich die teureren Alternativen nicht leisten konnte.
Die Crux lag in der Kompression: Während D1 unkomprimiert oder mit minimalem Datenverlust arbeitete, nutzte D2 aggressive MJPEG-Kompression (Motion JPEG). Das führte zu sichtbaren Artefakten, besonders bei schnellen Bewegungen, Kamera-Schwenks oder hochfrequenten Mustern. Wer damals Material geschnitten hat, kannte die typischen Block-Artefakte, die sich beim Übergang zwischen Szenen zeigten. Bei statischen Einstellungen wirkte das Format akzeptabel; in Action-Sequenzen wurde es schnell problematisch. Im Color-Grading zeigte sich die begrenzte Farbtiefe — 8-Bit gegen die 10-Bit Qualität hochwertiger Formate.
Praktisch bedeutete das: D2-Bänder waren robust und lagerfähig, aber die Recorder waren anfällig für Verschleiß. Beim Digitalisieren ins NLE brauchte man spezielle Treiber; die Echtzeit-Performance war auf älteren Rechnern schwach. Viele Postproduktions-Häuser fragten daher nach Digitalisierung in ProRes oder DNxHD, um mit dem Material vernünftig arbeiten zu können. Das Format verschwand schnell, sobald HDV und später XDCAM-EX erschienen — bessere Kompression, kleinere Bänder, bessere Bildqualität zum ähnlichen Preis.
Heute begegnet man D2 nur noch in Archiv-Projekten. Wer alte Bänder hat, sollte digitalisieren, bevor die Magnetschicht zerfällt. Die Geräte sind selten geworden, und Ersatzteile gibt es nicht mehr. D2 war ein Übergangsmittel — notwendig damals, obsolet heute.