Daily production schedule listing call times, locations, scenes, and crew assignments. Distributed night before — without it, nobody knows where to be.
Die Annonce landet am Vorabend bei jedem — Schauspieler, Kamera, Ton, Maske, Location-Scout, sogar beim Caterer. Ohne sie herrscht organisiertes Chaos. Sie listet auf, was morgen gedreht wird: Szenen-Nummern, Drehorte, Call-Zeiten für jede Abteilung, Fahrtzeiten, Wetter-Info, Spezial-Equipment, Cast und Crew nach Rolle. Der Erste AD schreibt sie; sie ist sein Werkzeug, um den Tag zu kontrollieren.
In der Praxis bedeutet das: Der Kameramann sieht sofort, ob er mit Blaubox-Szenen rechnen muss oder ob drei Location-Wechsel anstehen. Der Gaffer weiß, wie viel Speicher-Zeit für Rigging er hat. Der Schnittmeister sieht die Szenen-Reihenfolge — nicht die Drehfolge, wichtig! — und kann seine Logistik planen. Schauspieler mit frühem Call bekommen Bescheid, Kinderschauspieler sowieso (Arbeitsgesetze). Besetzungs-Zeiten werden hier festgelegt: Wer kommt um 6 Uhr zur Maske, wer erst um 10? Die Annonce ist die einzige Wahrheit am Set. Wenn sie sagt 06:30 Call, dann ist 06:30 Call — nicht 06:45.
Häufig ändern sich Annoncen noch im Laufen des Drehs: eine Szene fällt aus, Wetter erzwingt Umdisposition, ein Schauspieler ist krank. Dann kommt eine Amended Call Sheet raus — manchmal mehrfach pro Tag. Das kostet Zeit und Nerven, aber es ist notwendig. Wer die Änderung verpasst, steht auf der falschen Location. Deshalb liest man die Annonce zweimal: abends beim Eintreffen und nochmal am Morgen beim Kaffee.
Profis kennen alle Details auswendig. Der DP weiß genau, welcher Ort am schwierigsten auszuleuchten ist und rechnet mit längeren Lichtsetzungen; die Kostüm-Schneiderin sieht, ob Wechsel-Outfits nötig sind. Manchmal steht in der Annonce auch: «Kein Fahrtdienst — Private Anfahrt» oder «Gage-Auszahlung nach Drehschluss». Kleine Details, aber sie bestimmen deinen Tag. Die beste Annonce ist präzise, konkret und ändert sich nicht mehr. Dann läuft der Drehtag wie geplant.