Burn VFX or color grade permanently into rendered footage — no changes possible post-render. Saves RAM and storage but kills flexibility.
Du merkst es spätestens, wenn der Render-Farm die Nacht durchläuft und du am nächsten Morgen merkst: Das Grading war zu warm, die Partikel sitzen falsch, die Color Correction passt nicht zur nächsten Szene. Dann ist es zu spät — eingebacken heißt, du hast die Effekte oder das Grading direkt ins Bildmaterial gebrannt und kannst es nicht mehr anfassen. Kein Layer, keine Maske, keine Anpassung mehr.
In der Praxis funktioniert das so: Statt deine VFX-Komposition oder dein Color-Space als offene Datei (z.B. OpenEXR-Sequenz mit Alpha-Channel) zu exportieren, renderst du final auf ein verdichtetes Format — meist H.264 oder ProRes — mit allen Effekten, Tracking-Daten und Farbkorrektionen bereits verschmolzen. Das spart massiv RAM bei der Wiedergabe, macht die Dateigrößen kleiner und beschleunigt die Schnitt-Timeline erheblich. Auf großen Projekten mit hunderten VFX-Shots ein echter Vorteil für Echtzeit-Playback und Export-Geschwindigkeit.
Der Haken: Einmal eingebacken, bleibst du in deinen Entscheidungen stecken. Der Regisseur möchte die Partikel-Dichte reduzieren? Zu spät. Dein DI-Colorist sieht einen Farbstich, den du nicht vorgesehen hast? Du musst alles neu rendern. Das Verfahren kostet dich die Flexibilität, die du normalerweise im Post-Workflow brauchst — besonders in Korrekturrunden oder wenn Director's Cuts anstehen.
Darum arbeitet man intelligent: Eingebacken wird erst, wenn du sicher bist. Solange sich an den Effekten noch etwas ändern kann — was in fast jedem Projekt der Fall ist — hältst du deine Kompositions-Dateien offen, exportierst mit separaten Render-Passes (Beauty, Mattes, Z-Depth) und verwaltest sie organisiert. Erst wenn Final Lock vorliegt und die Timeline für den Online-Edit bereit sein muss, brennst du ein. Für Offline-Schnitte, Rough-Cuts und Temp-Mixes ist Eingebacken eine gängige Methode, um die Hardware nicht zu überlasten.
Ein guter Kompromiss: Proxy-Dateien eingebacken speichern (schnell, klein, für Schnitt brauchbar), während du die Original-Komps und Grading-Sessions sicher archivierst. So behältst du die Möglichkeit, später noch zu korrigieren, ohne die Schnitt-Performance zu opfern.