Filmlexikon.
Schnittliste
Schnitt

Schnittliste

Edit Decision List
Murnau AI illustration

Export aus dem NLE mit genauen Timecodes und Übergängen für den Onliner oder als Arbeitsvorlage. Enthält In/Out-Points, Effekte und Länge jeder Einstellung.

Du sitzt im Offline-Schnitt, hast deine Rohfassung zusammen und musst jetzt zum Online-Conform übergeben — genau hier wird die Schnittliste zur Arbeitswaffe. Sie dokumentiert jeden Cut, jeden Effekt, jeden Übergang mit den exakten Timecodes aus deinem NLE-Projekt. Der Onliner braucht diese Liste, um mit den hochauflösenden Originaldateien den gleichen Schnitt nachzufahren — pixel-perfect, ohne Spielraum für Interpretation.

Die Schnittliste erfasst folgende Kernangaben: In- und Out-Points jeder Einstellung, ihre Länge in Frames oder Sekunden, Übergänge wie Schnitte oder Blenden mit ihren exakten Dauern, alles gekennzeichnet nach Kamera-Roll oder Quell-Dateiname. Willst du Effekte weitergeben — Color-Grade, Bewegungen, Übergänge — müssen diese ebenfalls dokumentiert sein, idealerweise mit ihren genauen Dauer- und Timing-Parametern. Moderne EDL-Formate (CMX 3600, AMA EDL, XML) transportieren unterschiedlich viel Information; manche NLE exportieren zudem native Projekt-Dateien, was direkteren Datenaustausch ermöglicht. Bei uns am Set im Nachgang war oft der Klassiker: Der Cutter exportiert EDL, der Online-Redakteur importiert sie in die High-Res-Timeline, und die komplette Schnitt-Struktur baut sich in Sekunden auf — natürlich vorausgesetzt, die Quelldateien sind korrekt benannt und organisiert.

Was in der Praxis häufig unterschätzt wird: eine saubere Schnittliste braucht saubere Vorbereitung. Wenn deine Rohschnitte nicht mit konsistenten Naming-Conventions arbeiten, wenn Übergänge nur visuell gesetzt sind ohne exakte Dauer-Angabe, oder wenn Effekte nur als Sichtbar-Machen in der Timeline existieren — dann wird der Export zur Qual. Der Trick ist, während des Offline-Schnitts bereits conform-ready zu arbeiten: aussagekräftige Spuren-Namen, standardisierte Übergänge mit Dauer, und jede Grafik oder Text-Einstellung dokumentiert. So wird die Schnittliste nicht nur eine digitale Abschrift, sondern ein echtes Handwerksdokument — klar, übersichtlich, und der Onliner kann seinen Job ohne Rückfragen erledigen.

Eine weitere praktische Verwendung: Schnittlisten dienen als Grundlage für Color-Grading oder Sound-Design. Der Colorist erhält die EDL, baut die Timeline im Grading-System auf und arbeitet dann mit DCI-Dateien oder Log-Material, während die Schnittstruktur erhalten bleibt. Ähnlich im Audio: Der Sound-Designer folgt deiner Liste, um Musik, Dialoge und FX in exakt den richtigen Frames zu positionieren. Das spart Runden — und Verwirrung.

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