Darsteller, der gefährliche oder körperlich anspruchsvolle Szenen für den Hauptschauspieler übernimmt — Stunts, Kämpfe, Sprünge. Muss ähnliche Statur und Bewegungsmuster haben.
Ein Double springt aus dem fahrenden Auto, fällt vom Dach, kämpft sich durch Flammen — während der Star in der Garderobe sitzt und Kaffee trinkt. Das ist die Kernaufgabe, doch wer am Set mit Doubles arbeitet, merkt schnell: Es geht um viel mehr als bloße Körperlichkeit.
Das Double muss nicht nur die gleiche Statur haben, sondern auch das Bewegungsmuster des Hauptdarstellers imitieren können. Gang, Haltung, Arm-Bewegungen — Details, die in mittleren und weiten Einstellungen die Kontinuität wahren. Im Schnitt wird der Zuschauer nicht täuschen können, wenn das Double plötzlich anders läuft als der Star. Deshalb sitzen Doubles oft tagelang bei Drehproben, um die Mimik und Gestik zu verinnerlichen. Gute Doubles sind ehemalige Tänzer, Sportler oder Stuntleute mit ausgeprägtem Körperbewusstsein.
Praktisch am Set unterscheidet man zwischen stunt doubles für gefährliche Action-Sequenzen und body doubles für Close-Ups von Körperteilen — etwa wenn der Star nackt ist und der rechtliche oder persönliche Grund gegen direktes Filmen spricht. Ein Double für eine Verfolgungsjagd durch die Stadt muss aber auch Schmerzen aushalten können und die richtige Unfallversicherung haben. Die Crew kommuniziert mit ihm anders als mit dem Hauptdarsteller: direkter, sachlicher, fokussiert auf die Bewegung statt auf psychologische Nuancen.
Was viele unterschätzen: Das Double trägt erheblich zur Drehplan-Effizienz bei. Während man den Darsteller für Dialog-Takes und Nah-Aufnahmen vorbereitet, dreht man bereits mit dem Double die gefährliche Szene. Das spart Tage. Umgekehrt erfordert es Planungsdisziplin — die Double-Rehearsals müssen früh stattfinden, der Schnitt muss präzise sein, damit der Wechsel unsichtbar bleibt. Eine schlecht gemachte Schnitt-Transition zwischen Star und Double fällt sofort auf und bricht die Illusion.
Im europäischen Produktionskontext sind Doubles oft spezialisiert: Es gibt Doubles für bestimmte Darsteller, die ein ganzes Filmjahr mit ihnen arbeiten. Das schafft eine Art Partnership, in der der Double die Besonderheiten des Stars genau kennt. In größeren Budgets wird der Double auch vertraglich geschützt — Stunts ab einer bestimmten Risikostufe erfordern spezielle Freigaben und Versicherungen.