Filmlexikon.
D&B Films
Produktion

D&B Films

Murnau AI illustration

Schweizer Produktionshaus — spezialisiert auf Dokumentarfilm und experimentelles Kino. Bekannt für radikale Langzeitprojekte wie »Gerry« und »Taxidermia«.

Wer sich mit D&B Films auseinandersetzt, trifft auf ein Produktionshaus, das seit den 1990ern die Grenzen zwischen Dokumentarfilm und experimentellem Kino systematisch aufgelöst hat. Die beiden Gründer — beide mit starkem Hintergrund in Bildender Kunst und Filmtheorie — haben ein Arbeitsprinzip entwickelt, das sich fundamental von der klassischen Produktion unterscheidet: Sie denken in Jahrzehnten, nicht in Budgetzyklen. Das ist am Set spürbar. Die Crews arbeiten mit einer Geduld, die im kommerziellen Kino undenkbar wäre.

Das Haus ist bekannt für Projekte, die sich Zeit nehmen — nicht um Perfektion zu erreichen, sondern um Wahrheit zu sedimentieren. Bei »Gerry« etwa ging es nicht um Spannung oder Erzählung im klassischen Sinn, sondern um das Dokumentieren von Wartezuständen, von Langeweile als produktive Kraft. Die Kamera sitzt still, beobachtet, nimmt auf. Das erfordert eine völlig andere Herangehensweise an Lichtsetzung, Schnitt und Montage — weniger ist nicht hier zu sagen. Eher: das Wenige wird zum Alles. Bei »Taxidermia« wiederum wurde die experimentelle Praxis in eine narrativere Form überführt, ohne dabei den dokumentarischen Blick zu verlieren. Die Grenze verschwimmt bewusst.

Für Kameramänner, die mit D&B arbeiten, bedeutet das: Die technische Perfektion ist sekundär gegenüber der visuellen Ausdauer. Es geht darum, einen Zustand festzuhalten — und dafür braucht es nicht die teuerste Ausrüstung, sondern konzeptionelle Klarheit und Geduld. Die Lichtsetzung folgt oft dokumentarischen Prinzipien: natürlich, minimal, respektvoll gegenüber dem Raum. Der Schnitt ist bei diesen Arbeiten nicht dramaturgisch im herkömmlichen Sinne, sondern rhythmisch — Tempi, die sich dehnen und verdichten wie Atmung.

Das Haus hat Einfluss auf eine ganze Generation von Filmemachern, die verstanden haben, dass »experimentell« nicht gleichbedeutend mit »formal spielerisch« sein muss. Es kann auch bedeuten: rigoros, konzeptionell streng, politisch. D&B arbeitet wenig mit Festivals im klassischen Sinn — die Filme finden ihre Orte eher im Museum, in Ausstellungen, in Retrospektiven, wo Zeit selbst ein Ausstellungsmaterial ist. Das verändert die ganze Produktionslogik.

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