Filmlexikon.
Kurveneditor
VFX

Kurveneditor

Curve Editor
bezier curvespline curvehermite curve · 3 Verwandte Begriffe
Murnau AI illustration
bezier curve spline curve hermite curve

Tonwert-Korrektur-Werkzeug in der Farbbearbeitung — ermöglicht präzise Anpassung von Schwarzpunkt, Midtones und Highlights über eine Bezier-Kurve. Standard in DaVinci und allen Color-Grading-Systemen.

Im Color-Grading arbeitet man damit, die Tonwertverteilung eines Bildes über eine interaktive Kurve zu steuern. Man klickt auf die Linie, zieht Punkte nach oben oder unten — und bestimmt so, welche Eingangswerte (Input) auf welche Ausgangswerte (Output) abgebildet werden. Das klingt technisch, ist aber das intuitivste Werkzeug, um Schwarzpunkte anzuheben, Midtones anzupassen oder Highlights zu brechen, ohne dabei die restliche Bildarchitektur zu zerstören.

Die Stärke liegt in der selektiven Kontrolle. Anders als beim klassischen Dreischieber-Equalizer (Blacks–Midtones–Whites) kannst du mit Kurven im Grunde beliebig viele Kontrollpunkte setzen und jede Tonwertzone isolieren. Du willst die Schatten heben, aber nur bis zu einem bestimmten Point? Klick in die dunkle Zone der Kurve, ziehe nach oben. Die Lichter sollen nicht angerührt werden? Dort sitzt der Kurvenverlauf schon flach. Das erspart dir später Korrekturen in anderen Ebenen und hält den Color-Pass sauber. In DaVinci Resolve ist die RGB-Curve — die Master-Kurve über alle Kanäle — das Erste, womit man arbeitet, bevor man zu den einzelnen Farbkanälen übergeht.

Praktischer Workflow: Man schaut sich sein Histogramm an, identifiziert, wo die Probleme sitzen — gequetschte Schwarze, flache Midtones, geblowte Highlights — und korrigiert dann durch Kurvenpunkte gezielt nach. Ein Punkt bei etwa 25 % Input für die Schwarzwert-Anhebung, einer bei 50 % für die generelle Tonwertabstimmung, einer bei 75–90 % für Highlight-Management. Die Kurve verläuft dann nicht linear, sondern folgt der Dramatik des Bildes. Bei flachen DI-Cinelogging-Material — wo alles in der Mitte zusammengequetscht ist — brauchst du eine S-Kurve: Schwarze runter, Lichter rauf, krassere Kontrast-Erzeugung.

Ein häufiger Fehler: zu viele Punkte setzen und damit die Kurve zu turbulent werden lassen. Die beste Kurve ist die sparsame Kurve — drei bis vier wohldefinierte Punkte, sanfte Übergänge. Auch wichtig: Der Unterschied zwischen logarithmischen und linearen Curves — manche Grading-Systeme nutzen Log-Räume, wo die Kurvenbearbeitung dem Material entspricht, in dem es gedreht wurde. Das macht Color-Grading schneller und natürlicher. In der Praxis ist das Kurveneditor-Fenster dein Kompass — wer es beherrscht, spare sich später Stunden mit Trial-and-Error-Anpassungen.

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