Cooke Varotal: Zoom-Objektivserie von Cooke, kombiniert variable Brennweite mit dem typischen warmen Cooke-Bildcharakter.
Varianten & Technische Details
Cooke produzierte drei Hauptvarianten: das ursprüngliche 25-250mm f/3.1 (Mk I), das kompaktere 20-100mm f/2.8 (Mk II) von 1963 und das später entwickelte 18-100mm f/3.1 (Mk III). Das Mk I wog 4,8 kg bei einer Länge von 285mm und benötigte aufgrund seiner Größe spezielle Kamerastützen. Die optische Konstruktion umfasste 22 Linsenelemente in 16 Gruppen, mit einem Fokussierbereich ab 1,5 Metern. Ein mechanisches Kompensationssystem hielt die Schärfe während des Zoomens konstant, erforderte jedoch präzise kalibrierte Handbewegungen.
Geschichte & Entwicklung
Die Entwicklung begann 1956 unter der Leitung von Harold Cooke als Antwort auf die wachsende Nachfrage des Fernsehens nach flexiblen Aufnahmelösungen. Das erste funktionsfähige Varotal wurde 1958 fertiggestellt und zunächst bei BBC-Produktionen getestet. Der kommerzielle Durchbruch erfolgte 1961, als die Serie in Hollywood Einzug hielt. Die Produktion endete 1976 nach etwa 800 gefertigten Einheiten, da kompaktere japanische Konkurrenzprodukte den Markt übernahmen.
Praxiseinsatz im Film
Das Varotal ermöglichte erstmals flüssige Zoomfahrten in Kinofilmen ohne Objektivwechsel. Sergio Leone verwendete es in den "Dollar-Trilogie"-Westerns (1964-1966) für seine charakteristischen Zoom-Einstellungen auf Clint Eastwoods Gesicht. In Stanley Kubricks "2001: Odyssee im Weltraum" (1968) ermöglichte das Objektiv die kontinuierlichen Fahrten durch die Raumstation-Korridore. Der Hauptnachteil lag in der erheblichen Gewichtszunahme der Kamera und der Notwendigkeit konstanter Nachschärfung bei manueller Bedienung.
Vergleich & Alternativen
Im Gegensatz zu modernen Servo-Zoomobjektiven erforderte das Varotal rein manuelle Bedienung über Zahnradgetriebe. Zeitgenössische Alternativen wie das Angenieux 25-250mm boten ähnliche Brennweitenbereiche, erreichten jedoch nicht die optische Qualität der Cooke-Linsen. Heutige Cine-Zoomobjektive von Angenieux, Canon oder Fujinon bieten Servo-Steuerung, konstante T-Stops und deutlich geringeres Gewicht, können aber den charakteristischen "Cooke Look" mit seinem warmen Bokeh und subtilen Aberrationen nicht reproduzieren.
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