Faltbarer, runder Reflektor mit verschiedenen Oberflächen — Standard-Werkzeug zum Aufhellen von Schatten oder als Negativfill.
Technische Details
Standard-Durchmesser reichen von 32", 42" bis 48" (81-122 cm), wobei 42" (107 cm) als Industriestandard gilt. Die Reflexionsoberflächen gliedern sich in fünf Haupttypen: Silber (maximale Lichtausbeute, harter Charakter), Gold (3200K Farbtemperatur, warmer Ton), Weiß (weiche Streuung, natürlicher Look), Schwarz (Negativ-Fill, Kontrastverstärkung) und Transluzent (Diffusor, 1-2 Blendenstufen Lichtverlust). Der zusammenklappbare Mechanismus reduziert die Transportgröße auf etwa ein Drittel des Durchmessers. Hochwertige Modelle verwenden doppelt beschichtete Gewebe mit UV-Schutz und erreichen Reflexionsgrade von bis zu 95%.
Geschichte & Entwicklung
Photoflex entwickelte 1986 den ersten serienmäßigen Faltreflektor für die Fotografie, der schnell von der Filmindustrie adaptiert wurde. Kaliflex und Lastolite perfektionierten ab 1990 die Federstahl-Rahmenkonstruktion, die bis heute verwendet wird. Der Durchbruch kam 1994 mit 5-in-1-Reflektoren, bei denen vier Oberflächen durch Wenden und abnehmbaren Diffusor-Überzug entstehen. Moderne Entwicklungen umfassen LED-integrierte Varianten (seit 2018) und motorisierte Versionen für Remote-Kontrolle.
Praxiseinsatz im Film
Bei Außendrehs fungiert der Goldreflektor als Hauptlichtquelle für warme Hauttöne, während Silberreflektoren hartes Sonnenlicht in Augenhöhe lenken. "Her" (2013) nutzte systematisch 48"-Goldreflektoren für Joaquin Phoenix' Nahaufnahmen bei Available Light. Der Transluzent-Typ dient als mobiler Diffusor zwischen harter Lichtquelle und Motiv, reduziert Schlagschatten um 70-80%. In Innenräumen erzeugen Weißreflektoren subtile Aufhellung ohne Farbverschiebung. Schwarzreflektoren entziehen gezielt Licht und verstärken Schatten für dramatische Kontraste.
Vergleich & Alternativen
Gegenüber Softboxen bieten runde Reflektoren keine Lichtrichtung-Kontrolle, sind aber deutlich mobiler und setup-schneller. Rechteckige Reflektoren eignen sich besser für Ganzkörperaufnahmen, während runde Modelle bei Porträts natürlichere Catchlights erzeugen. LED-Panels ersetzen zunehmend Reflektor-Setups bei kontrollierbaren Lichtverhältnissen, können aber nicht die Lichtmenge verstärken. Für Wind-anfällige Außendrehs sind Faltreflektoren mit Griff praktischer als Stativ-montierte Alternativen.