Chrosziel: Deutscher Hersteller von Kamera-Zubehör seit 1948. Spezialist für Follow-Focus-Systeme, Mattebox und Objektivadapter.
Technische Details
Die mechanischen Follow-Focus-Systeme arbeiten mit 0,8er Zahnradmodul (Pitch) nach DIN-Norm und bieten ein Übersetzungsverhältnis von 1:1 bis 1:4. Elektronische Systeme wie der MagNum erreichen eine Positionsgenauigkeit von ±0,02° bei Betriebstemperaturen von -20°C bis +60°C. Standard-Rod-Durchmesser betragen 15mm und 19mm bei Aluminium-Konstruktion. Die CDM-Cine.1 Wireless-Systeme funken auf 2,4 GHz mit einer Reichweite bis 300 Meter und unterstützen bis zu 3-Achsen-Steuerung (Focus/Iris/Zoom). Matteboxen accommodieren Filter von 4x4" bis 6x6" mit Kompendium-Auszug bis 140mm.
Geschichte & Entwicklung
1975 gründeten Christoph Chrosziel und Wolfgang Ziel das Unternehmen zunächst als Reparaturbetrieb für Filmausrüstung. 1982 kam der erste eigene Follow-Focus auf den Markt, entwickelt für Arriflex-Kameras. Der Durchbruch erfolgte 1995 mit dem CDM-1 (Compact Drive Module), dem ersten kompakten elektronischen Follow-Focus-System. 2003 revolutionierte das MagNum-System die Branche durch bürstenlosen Motor und absolute Positionierung ohne Referenzfahrt. 2010 führte Chrosziel drahtlose Multi-Achsen-Steuerung ein, 2018 folgte die Integration von Lens-Metadaten-Übertragung für digitale Workflows.
Praxiseinsatz im Film
DoP Roger Deakins nutzte Chrosziel-Equipment bei "Skyfall" (2012) für präzise Schärfeverlagerungen in den Shanghai-Sequenzen. Bei "Gravity" (2013) ermöglichten die robusten Follow-Focus-Systeme exakte Fokussierung während komplexer Kamerabewegungen am Gimbal. Typischer Workflow: mechanisches System für einfache Setups, elektronisch bei Remote-Betrieb oder Multi-Kamera-Synchronisation. First AC positioniert sich bis zu 300 Meter entfernt, während Lens-Distanz-Markierungen digital übertragen werden. Nachteile: höheres Gewicht als Konkurrenzprodukte, längere Setup-Zeit bei elektronischen Systemen.
Vergleich & Alternativen
Chrosziel konkurriert mit ARRI (cforce motors), Preston Systems (FIZ-Systeme) und Tilta (günstiger Markt). Während Preston auf Hollywood-Produktionen dominiert, punktet Chrosziel durch europäische Präzision und modulare Bauweise. ARRI-Systeme integrieren nahtloser mit hauseigenen Kameras, Chrosziel bietet universellere Kompatibilität. RT Motion (Bartech) fokussiert auf Ultra-Compact-Lösungen, Chrosziel auf Robustheit. Mechanische Systeme für Low-Budget und dokumentarische Arbeiten, elektronische für Spielfilmproduktionen mit komplexen Kamerabewegungen und Multi-Camera-Setups.