Chamsys: Britischer Hersteller von DMX-Lichtpulten — MagicQ-Software ermöglicht Steuerung komplexer LED- und Moving-Light-Setups.
Technische Details
Die MagicQ MQ500 Stadium unterstützt 202 Playbacks, 24 Executor-Fader und verfügt über zwei 15,6-Zoll-Touchscreens mit einer Auflösung von 1920x1080 Pixeln. Das System arbeitet mit einer Bildwiederholrate von 44 Hz für die Lichtberechnung und kann über Gigabit-Ethernet bis zu 64 Art-Net-Universen parallel ausgeben. Die kostenlose MagicQ-Software läuft unter Windows, macOS und Linux und synchronisiert sich nahtlos mit den Hardware-Pulten über das proprietäre ChamNet-Protokoll.
Chamsys-Pulte verwenden den hauseigenen MagicVis-Visualizer, der 3D-Vorschauen in Echtzeit berechnet. Die QuickQ-Serie richtet sich an kleinere Produktionen mit 10-30 Playbacks, während MagicQ-Pulte für Großproduktionen bis zu 500 Fixtures gleichzeitig verwalten.
Geschichte & Entwicklung
Chamsys wurde 2003 von Hugh Southwell in Großbritannien gegründet, nachdem dieser zuvor bei Wholehog Systems gearbeitet hatte. Das erste MagicQ-Pult erschien 2005 und etablierte das Konzept der kostenlosen Vollversion-Software mit optionalen Hardware-Ausgängen. 2012 führte Chamsys die SnakeSys-Serie ein – kompakte Ethernet-zu-DMX-Interfaces für dezentrale Installationen.
Die QuickQ-Serie startete 2018 als Einstiegslösung und eroberte schnell den Markt für kleinere Theater und Veranstaltungen. 2020 integrierte Chamsys erstmals native sACN-Unterstützung und Pixel-Mapping-Funktionen direkt in die MagicQ-Software.
Praxiseinsatz im Film
Bei Filmproduktionen steuern Chamsys-Pulte hauptsächlich LED-Panels und Moving Lights für Hintergrundbeleuchtung und Set-Extensions. Die MagicQ-Software programmiert komplexe Farbverläufe für Green-Screen-Setups, wobei die Timecode-Synchronisation über MIDI oder LTC präzise Wiederholungen der Lichtstimmung ermöglicht. Gaffers schätzen die Snapshot-Funktion für schnelle Setup-Wechsel zwischen Takes.
Netflix-Produktionen wie "The Crown" nutzen Chamsys-Systeme für die Steuerung von LED-Wänden in Innenräumen, da die Software nahtlos zwischen verschiedenen Farbtemperaturen von 2700K bis 6500K interpoliert. Die Integration mit Kamera-Metadaten über das FreeD-Protokoll ermöglicht automatische Lichtverfolgung bei bewegten Kamerafahrten.
Vergleich & Alternativen
Chamsys konkurriert direkt mit MA Lighting GrandMA3, Avolites Titan und ETC Eos-Systemen. Während GrandMA3 bei Großproduktionen dominiert, punktet Chamsys durch die kostenlose Software und günstigere Hardware-Preise bei mittleren Budgets. Die MagicQ-Oberfläche orientiert sich bewusst an der Hog-4-Philosophie mit dedizierten Fadern pro Fixture-Parameter.
Für reine Filmproduktionen bieten spezialisierte Systeme wie Lightware oder DMG Lumière oft direktere Workflows, während Chamsys bei hybriden Produktionen mit Live-Elementen seine Stärken ausspielt.
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