Britische Kurzform für Filmkamera — auf Sets und in Fernsehproduktionen gebräuchlich. Häufig in Anweisungen: 'Came 1 ready?' oder beim Umbau zwischen Takes.
Auf britischen und vielen europäischen Sets ist "Came" die Standardkurzform für Filmkamera — nicht nur eine Abkürzung, sondern tatsächlich der alltägliche Sprachgebrauch. Der Assistant Director ruft nicht "Ist die Kamera bereit?", sondern "Came ready?" in den Saal. Das spart Zeit, schafft Klarheit und ist so etabliert, dass jeder sofort weiß: es geht um die Hauptkamera, ihre Einstellung und ihren Betriebsstatus.
Die praktische Relevanz zeigt sich beim Workflow. Wenn der Focus Puller die Schärfe nachzieht, nennt der DoP das "Came ist scharf". Bei Umbau zwischen Takes spricht man von "Came move" oder "Came shift". Das ist kein Slang, das ist Betriebssprache — genauso wie man von "Grips", "Electrics" oder "Sound" redet. "Came" durchzieht den gesamten Produktionstag: Setups werden nach Came-Position organisiert, Beleuchtung nach Came-Blickwinkel ausgerichtet, sogar die Dolly-Fahrt wird mit "Came moves stage left" beschrieben. Jeder am Set — vom Kabelträger bis zum Regisseur — versteht sofort, worum es geht.
Interessant ist die Differenzierung bei Mehrkaméra-Produktionen (etwa Drama-Series oder Talks). Hier gibt es "Came 1", "Came 2", "Came 3" — jede mit eigenem Operator, eigenem Focus Puller. Ein Line Producer sagt dann: "Came 1 takes Wide, Came 2 takes Close-Up, Came 3 stays locked on B-Roll." Das ist effizienter als Vollbezeichnungen auszusprechen. Im Fernsehen, wo Tempo zählt, hat sich diese Verkürzung nie durchgesetzt — sie ist dominant.
Der Begriff entstammt der britischen Filmtradition und hat sich bis in deutschsprachige und skandinavische Produktionen exportiert, die nach angelsächsischen Strukturen arbeiten. In größeren Häusern (ZDF, ARD, ORF) ist die Bezeichnung ebenfalls präsent, besonders in der Dokumentation und bei international koordinierten Drehs. Anfänger, die zum ersten Mal auf einem englischsprachigen Set arbeiten, müssen das Wort gezielt lernen — es steht in keinem Standard-Glossar, aber im praktischen Alltag ist es unverzichtbar. Wer "Came" nicht versteht, verpasst die halbe Kommunikation.