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Jib-Bewegung
Kamera · Begriffe

Jib-Bewegung

Boom Shot
boomflowpara · 6 Verwandte Begriffe
Murnau AI illustration
boom flow para roll shot take

Kamerabewegung mit Jib oder Kranarm — vertikale und horizontale Schwenks aus der Vogelperspektive.

Technische Details

Standard-Jibs bestehen aus einem Teleskop- oder Festarm mit Gegengewichtssystem, montiert auf Stativ oder Dolly. Der Chapman-Hustler Jib erreicht maximale Höhen von 9,1 Metern bei 360° Rotation, während Technocrane-Systeme bis 22 Meter Reichweite bieten. Remote Heads (wie das Libra Head) ermöglichen gleichzeitige Pan-, Tilt- und Roll-Bewegungen der Kamera während der Jib-Fahrt. Präzise Bewegungen erfordern hydraulische Dämpfung oder Motorsteuerung mit Geschwindigkeiten von 0,1-15°/Sekunde. Moderne Systeme integrieren Encodersensoren für wiederholbare Bewegungsabläufe.

Geschichte & Entwicklung

Der erste dokumentierte Kamerakran entstand 1929 bei Universal Studios für "Broadway". Allan Dwan entwickelte 1915 bereits primitive Kranaufbauten für Weitwinkelaufnahmen. Chapman-Leonard führte 1960 den standardisierten Titan-Kran ein, gefolgt vom kompakteren Hustler-Jib 1975. Technocrane revolutionierte 1985 mit dem teleskopischen SuperTechno 50 die Präzisionskranfahrten. Ab 2000 ermöglichten Remote-Head-Systeme wie das Gyro-stabilized Flight Head komplexe Bewegungskombinationen ohne Kameramann am Kranende.

Praxiseinsatz im Film

Martin Scorsese nutzte in "Goodfellas" (1990) eine 3-minütige Jib-Aufnahme vom Straßenniveau bis zur Penthouse-Terrasse in einer durchgehenden Einstellung. Paul Thomas Anderson kombinierte in "Boogie Nights" (1997) Jib-Bewegungen mit Steadicam für nahtlose Raumübergänge. Typischer Workflow: Keyframe-Programmierung der Kranpositionen, Rehearsal mit Videoassist, finale Aufnahme mit Fokus-Puller am Monitor. Jibs erfordern mindestens drei Operateure: Kranfahrer, Remote-Head-Operator und Fokus-Puller.

Vergleich & Alternativen

Jib-Bewegungen unterscheiden sich von Crane-Shots durch begrenzte Reichweite und bogenförmige Bewegungsmuster. Cable-Cam-Systeme bieten größere Flexibilität, benötigen jedoch aufwendige Rigging-Punkte. Drohnen ersetzen zunehmend niedrige Jib-Positionen bis 5 Meter Höhe, erreichen jedoch nicht die Präzision motorisierter Kransysteme. Russian Arms ermöglichen ähnliche Bewegungen bei geringerem Setup-Aufwand, beschränken sich jedoch auf Handkamera-Gewichte unter 8 kg.

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