Aufklappbare Reflektorplatte mit verschiedenen Oberflächen (weiß, silber, gold). Kompakt transportabel und schnell einsatzbereit für Lichtreflexion.
Technische Details
Book Boards bestehen aus leichtgewichtigen Aluminiumrahmen mit austauschbaren Bezügen in verschiedenen Oberflächenqualitäten: weißer Kunstleder (85% Reflexion), silberner Lame (92% Reflexion), goldener Lame (88% Reflexion mit Farbtemperaturverschiebung zu 3200K) oder schwarzer Molton zur Lichtabschirmung. Das Gewicht liegt bei 2,8 kg für die 60x90 cm-Variante und 4,2 kg für die größere Ausführung. Ein integriertes Standsystem mit 16mm-Zapfen ermöglicht die Montierung auf Standard-Lichtstativen, während Klemmen (Grip Heads) die Winkelverstellung fixieren.
Geschichte & Entwicklung
Das Book Board entwickelte sich Ende der 1970er Jahre aus der Notwendigkeit, kompakte und vielseitige Reflektorsysteme für Location-Drehs zu schaffen. Mole-Richardson führte 1979 das erste kommerzielle Modell ein, nachdem Kameraleute zuvor behelfsmäßig zwei separate Reflektorboards mit Klebeband verbunden hatten. In den 1990er Jahren etablierten sich austauschbare Bezugssysteme mit Klettverschluss, die den Wechsel zwischen verschiedenen Reflexionsqualitäten am Set ermöglichten.
Praxiseinsatz im Film
Book Boards erzeugen durch ihre V-förmige Anordnung eine gleichmäßige, weiche Ausleuchtung großer Flächen, besonders effektiv bei Porträtaufnahmen oder Produktfotografie. In "Her" (2013) nutzte Kameramann Hoyte van Hoytema Book Boards mit warmem Gold-Bezug, um die intime Atmosphäre der Joaquin Phoenix-Nahaufnahmen zu verstärken. Die klappbare Konstruktion erlaubt präzise Lichtsteuerung: geschlossen wirkt das Board als direkter Reflektor, geöffnet verteilt es das Licht über eine größere Fläche und reduziert harte Schatten. Bei Außenaufnahmen kompensieren Book Boards das harte Sonnenlicht durch aufgehellte Schattenbereiche.
Vergleich & Alternativen
Im Gegensatz zu starren Einzelreflektoren bietet das Book Board variable Lichtverteilung durch Winkelverstellung. Moderne LED-Panels mit Softboxen ersetzen zunehmend Reflektorsysteme, da sie aktive Lichtquellen darstellen und unabhängig von vorhandenem Licht arbeiten. Faltreflektoren (Flexfills) sind transportabler, bieten jedoch keine Winkelverstellung. Book Boards eignen sich primär für kontrollierte Innenaufnahmen oder bei ausreichend starken Primärlichtquellen, während bei schwachem Umgebungslicht aktive Beleuchtungssysteme vorzuziehen sind.