Schallgedämmte Kamera-Verkleidung aus Schaumstoff und Blei — isoliert Kamera- und Motorengeräusche bei Dialogaufnahmen. Ohne Blimp oft Sync-Sound unmöglich.
Am Set wird schnell klar, warum der Blimp unverzichtbar ist: Die Kamera selbst ist laut. Der Verschluss klackt, der Motor surrt, die Zahnräder mahlen — alles Frequenzen, die das Mikrofon gnadenlos aufgreift, wenn man synchron Ton aufnimmt. Der Blimp ist nichts anderes als eine maßgeschneiderte Schallbox aus Schaumstoff und oft Bleigewebe, die die gesamte Kamera umhüllt und diese Geräusche drastisch reduziert. Ohne ihn ist Dialogaufnahmen bei modernen digitalen Kameras oft schlicht nicht zu machen.
Die Konstruktion ist bewährt und einfach: mehrschichtige akustische Dämmmaterialien — Schaumstoff, teils mit Melamin beschichtet — umgeben das Gehäuse. Der Blimp sitzt auf Gummilagern und ist öffnet sich zum Objektivturm hin, damit Objektive gewechselt oder Follow-Focus angebracht werden können. Größe und Gewicht sind erheblich — ein Standard-Blimp wiegt 8 bis 15 kg, je nach Kamera. Das bedeutet: schwere Stützsysteme, Schulterrig oder Kran nötig. Die Montage dauert Zeit, und in der Praxis wird oft ein zusätzlicher Focus-Puller mit Zahnstangensystem eingesetzt, weil der Blimp die direkte Objektivbedienung unmöglich macht.
Im Schnitt der Dämmeffektivität sind 12 bis 18 dB Reduktion normal — nicht absolute Stille, aber genug, um den O-Ton brauchbar zu halten. Besonders relevant bei Kameras mit lauten Verschlüssen (klassische Film-Roll-Shutter-Kameras) oder bei Highspeed-Aufnahmen, wo die Motor-Frequenz in den kritischen Tonbereich der Sprache klettert. Digitale Spiegelreflexkameras und Cinema-Kameras profitieren unterschiedlich stark — eine RED oder Alexa braucht oft einen Blimp, eine Sony FX30 vielleicht nur bei sehr heikler Ton-Situation.
Praktisch: Der Blimp wird vor Drehtagen angefordert, weil Spezialist:innen ihn montieren und abstimmen. Es gibt Custom-Blimps für fast jedes Kameramodell, und manche Häuser bauen ihre eigenen. Im Drehplan reserviert man Zeit für Setup — Blimps sind kein Zubehör für Spontanität. Wer keinen Blimp zur Verfügung hat oder dessen Gewicht zu prohibitiv ist, greift zu Alternativen wie Isolation-Boxes (für stationäre Shots) oder — als letztes Mittel — zu Toneditoren, die später mit VST-Noise-Reduction arbeiten. Aber das ist Flickschusterei; am Set ist ein guter Blimp Gold wert.
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