Weiße Styroporplatte als günstiger Reflektor — erzeugt weiches, diffuses Aufhelllicht.
Technische Details
Styroporplatten reflektieren etwa 85-90% des auftreffenden Lichts bei einem Streufaktor von nahezu 180°. Die Dichte liegt zwischen 15-25 kg/m³, was extrem leichte Handhabung ermöglicht. Die matte Oberflächenstruktur verhindert Hotspots und erzeugt gleichmäßige, schattenarme Ausleuchtung. Professionelle Filmplatten sind UV-beständig behandelt und feuerhemmend imprägniert nach B1-Norm. Varianten umfassen schwarze Platten für Negativ-Fill und graue Ausführungen für reduzierte Reflexion.
Geschichte & Entwicklung
Der systematische Einsatz von Styroporplatten als Filmreflektor begann in den 1960er Jahren in Hollywood als kostengünstige Alternative zu teuren Stoffreflektoren. Gaffer wie Conrad Hall popularisierten die Technik bei Filmen wie "Butch Cassidy and the Sundance Kid" (1969). In den 1980er Jahren etablierte sich die Methode durch DoPs wie Vilmos Zsigmond als Standard. Moderne Entwicklungen umfassen recycelbare Bio-Polystyrol-Varianten und formstabile Verbundplatten.
Praxiseinsatz im Film
Roger Deakins verwendete großflächig Styroporplatten für die natürlich wirkende Gesichtsausleuchtung in "1917" (2019), um harte Schatten zu eliminieren. Typischer Workflow: Positionierung im 45°-Winkel zur Hauptlichtquelle, 1-3 Meter Abstand zum Motiv. Bei Außenaufnahmen dienen sie als Sonnenlicht-Bouncer, in Studios als Key-Light-Aufhellung. Vorteil: Geringes Gewicht, kostengünstig, sofort verfügbar. Nachteil: Windanfälligkeit, eingeschränkte Haltbarkeit, nicht wasserfest.
Vergleich & Alternativen
Styroporplatten unterscheiden sich von Molton-Boards durch höhere Reflexion und geringeres Gewicht, von Silberreflektoren durch weichere Lichtqualität. LED-Panels ersetzen zunehmend Styroporplatten, da sie kontrollierbareres, farbtemperatur-variables Licht bieten. Ultrabounce-Gewebe liefert ähnliche Reflexionseigenschaften bei besserer Wetterbeständigkeit. Styroporplatten bleiben erste Wahl bei spontanen Setups, Budget-Produktionen und wenn maximale Portabilität gefordert ist.
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