Basisplatte: Grundplatte eines Kamera-Rig-Systems, verbindet Kamera mit Stativ oder Schulter-Rig. Standard: 15mm-Rod-Aufnahmen.
Technische Details
Standard-Basisplatten folgen dem 15mm-Rod-System mit Bohrungen im präzisen 60mm-Abstand, wobei die Gewindelöcher M4-genormt sind. Carbon-Varianten wiegen etwa 200-400g, Aluminium-Ausführungen 300-600g bei einer Dicke von 8-12mm. Moderne Platten integrieren ARRI-Rosetten (54-Zahn-Standard) und Quick-Release-Systeme wie Manfrotto 501PL oder Sachtler Touch-and-Go. Hochwertige Modelle von Arri, RED oder Wooden Camera bieten zusätzliche Gewindebohrungen für Zubehörmontage und Anti-Twist-Flansche.
Geschichte & Entwicklung
Das 15mm-Rod-System etablierte sich in den 1980ern als Standard für professionelle Filmkameras, ursprünglich entwickelt von ARRI für ihre 16SR-Serie. Die ersten standardisierten Basisplatten entstanden Ende der 1990er Jahre mit dem Aufkommen modularer Kamera-Rigs. Der Durchbruch kam 2005 mit der RED ONE, die das System auch für digitale Kinokameras popularisierte. Seit 2010 dominieren Quick-Release-Systeme den Markt, während 2015 zusätzliche 19mm-Rod-Systeme für schwerere Setups eingeführt wurden.
Praxiseinsatz im Film
Bei "Mad Max: Fury Road" (2015) verwendete George Miller modulare Basisplatten-Systeme für schnelle Kamera-Umbauten zwischen Fahrzeugmontagen und Handheld-Sequenzen. Der typische Workflow umfasst die Montage von Follow Focus, Mattebox und Monitoren über die Rod-Anbindung der Basisplatte. Vorteil: Standardisierte Kompatibilität zwischen Herstellern und schneller Wechsel zwischen Support-Modi. Nachteil: Zusätzliches Gewicht von 1-2kg komplett ausgerüstet und potentielle Vibrations-Übertragung bei unzureichender Dämpfung.
Vergleich & Alternativen
Die Basisplatte unterscheidet sich vom reinen Camera Plate durch die Rod-Integration und vom Cage-System durch die lineare Konfiguration. Moderne Alternativen sind Cage-Systeme von SmallRig oder Tilta, die rundum-Befestigung bieten, jedoch weniger Quick-Release-tauglich sind. Bei leichten DSLR-Setups genügen einfache Top-Handle-Lösungen, während schwere Kinokameras direkte Stativmontage ohne Basisplatte bevorzugen. Das 19mm-System löst 15mm-Rods bei Setups über 8kg Gewicht ab.