Britische Filmauszeichnung der British Academy of Film and Television Arts — höchste nationale Ehre für Kino und Fernsehen. Gilt als britisches Äquivalent zum Oscar.
Die British Academy of Film and Television Arts vergibt jährlich ihre Awards — und wer diesen Pokal in den Händen hält, hat es geschafft. Nicht nur national, sondern auch international. Die BAFTAs gelten in der Industrie als das britische Pendant zum Oscar, manchmal sogar als der bessere Spiegel für die tatsächliche handwerkliche Qualität eines Films. Das liegt daran, dass die Jury nicht aus Hollywood-Machern besteht, sondern aus britischen und internationalen Filmschaffenden, die das Metier verstehen — Kameramänner, Cutter, Produzenten, Regisseure.
Wer beim BAFTA gewinnt, hat Chancen auf den Oscar — historisch erweist sich die BAFTA-Auswahl oft als verlässlicher Indikator für die Oscar-Saison. Das macht die Awards zu einer strategisch wichtigen Station für Distributoren und Produzenten. Im Gegensatz zur Oscar-Kampagne mit ihrer PR-Maschinerie wirken die BAFTAs eleganter, weniger inszeniert. Die Kategorien sind stringent: Best Film, Cinematography, Sound, Production Design, Editing — wer hier reüssiert, wird von Fachleuten für Fachleute anerkannt. Das unterscheidet die BAFTAs fundamental vom bloßen Populäritätswettbewerb. Ein Film kann in Hollywood durchfallen und bei den BAFTAs triumphieren, weil hier die technische Exzellenz und künstlerische Innovation stärker gewichtet werden.
Am Set oder im Schnitt reden wir oft vom "BAFTA-Look" — damit meinen wir eine bestimmte Ästhetik der Bildgestaltung und des Schnitts, die europäisch geprägt ist, subtiler als der amerikanische Blockbuster-Standard. Britisches Kino bevorzugt Nuance, psychologische Tiefe, sorgfältig durchdachte Mise-en-scène. Ein BAFTA zu gewinnen signalisiert: Hier wurde handwerklich auf höchstem Niveau gearbeitet. Das öffnet Türen für Budgets, für A-Schauspieler, für die nächsten Projekte. Die Awards finden typischerweise Anfang Februar statt — zeitlich zwischen Golden Globes und Oscars positioniert, wodurch sie enorme Sichtbarkeit erhalten. Für deutsche oder mitteleuropäische Filmemacher sind die BAFTAs weniger ein primärer Kampfplatz als für britische oder amerikanische Produktionen, aber ein internationaler Film, der bei den BAFTAs ausgezeichnet wird, hat damit einen Blankoscheck für weitere internationale Würdigungen gelöst.