Präzisionsgefräste Verbindung zwischen ARRI-Kameras und Objektiven mit trapezförmigem Profil. Ermöglicht schnellen, spielfreien Objektivwechsel ohne Justage.
Technische Details
Die ARRI-Dovetail-Platte misst standardmäßig 200mm in der Länge, mit Varianten von 150mm bis 381mm für unterschiedliche Kameragrößen. Das System arbeitet mit einer Klemmkraft von bis zu 2000N und trägt Lasten bis 50kg sicher. Die Platte verfügt über 1/4"-20 und 3/8"-16 Gewindebohrungen im 12,7mm-Raster sowie Anti-Twist-Pins mit 2,5mm Durchmesser. Der Verriegelungsmechanismus nutzt eine federbelastete Sicherungslasche, die versehentliches Lösen verhindert.
Geschichte & Entwicklung
ARRI führte das Dovetail-System 1982 mit dem Arriflex 535 ein, um die zeitaufwendige Schraubmontage zu ersetzen. Der Durchbruch kam 1993 mit der Standardisierung für die ALEXA-Serie, wodurch sich das System branchenweit etablierte. 2018 erweiterte ARRI das System um die LPL-Mount-Integration und entwickelte 2021 die TRINITY-kompatible Version für Gimbal-Anwendungen.
Praxiseinsatz im Film
Bei "1917" (2019) ermöglichte das Dovetail-System blitzschnelle Kamerawechsel zwischen Steadicam, Drohne und Schienen während der One-Shot-Sequenzen. Kameramann Roger Deakins nutzte bei "Blade Runner 2049" die präzise Reproduzierbarkeit für komplexe Greenscreen-Setups. Das System reduziert Umrüstzeiten von 5-10 Minuten auf unter 30 Sekunden, eliminiert Kalibrierungsfehler und gewährleistet pixelgenaue Wiederholbarkeit bei Mehrfach-Takes.
Vergleich & Alternativen
Im Gegensatz zu Manfrotto's 501PL-System (Schiebeplatte) oder dem Mitchell-Standard bietet ARRI's Dovetail höhere Stabilität und schnellere Bedienung. RED's DSMC-System arbeitet mit proprietären Mounting-Pins, während Sony's FS-Serie auf Standard-Schraubverbindungen setzt. Blackmagic's URSA verwendet ein eigenes Schnellverschluss-System, erreicht aber nicht die Präzision des ARRI-Standards. Für Broadcast-Kameras dominiert nach wie vor das ENG-Wedge-System mit 75mm-Kugeln.