A frozen moment the camera seems to orbit — created by a ring of many cameras firing near-simultaneously. Made famous by The Matrix (1999).
Bullet-Time — auch Time-Slice — friert eine Bewegung ein und laesst die Kamera scheinbar durch den stehenden Moment fahren. Der Trick steckt nicht in einer schnellen Kamera, sondern in vielen: Ein Ring aus Dutzenden Foto- oder Cine-Kameras wird entlang der gewuenschten Fahrt aufgebaut und nahezu gleichzeitig ausgeloest. Die Einzelbilder werden anschliessend zu einer Sequenz montiert — der Betrachter umkreist ein eingefrorenes Ereignis.
Herkunft
Bekannt wurde das Verfahren 1999 durch The Matrix, wo es dem Effekt auch seinen Namen gab. Erfunden wurde es dort nicht: Tim Macmillan arbeitete bereits in den 1980er Jahren mit Time-Slice-Aufbauten, und Michel Gondry setzte die Technik Mitte der Neunziger in Musikvideos und Werbung ein. Der Matrix-Einsatz war die Popularisierung, nicht der Ursprung.
Aufbau
Entscheidend sind drei Dinge: die Geometrie des Rigs, weil die Kamerapositionen die virtuelle Fahrt definieren; die exakte Synchronisation der Ausloesung; und ein sauberes Ausrichten der Einzelbilder in der Post, weil schon geringe Abweichungen in Hoehe oder Winkel als Ruckeln sichtbar werden. Frueher war das ein reiner Stills-Array-Aufbau. Heute laufen haeufig viele identische Cine-Kameras, was Zwischenbewegung und bewusste Zeitversaetze erlaubt — die Bewegung muss also nicht vollstaendig einfrieren, sie kann sich verlangsamen.
Heute
Mit guenstigen, baugleichen Kompaktkameras ist der Aufbau aus dem Blockbuster-Budget herausgewachsen. Ein Array aus mehreren Dutzend Bodies ist fuer eine Werbeproduktion erreichbar geworden; der Aufwand verlagert sich vom Kamerakauf auf Rigbau, Synchronisation und Post.
Verwandte Begriffe
Quiz
1. Zu welchem Department gehört „Bullet-Time-Effekt"?